Die Motorwäsche – sinnvoll oder überflüssig?

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Die meisten Autofahrer pflegen ihr Auto regelmäßig und gründlich. Von innen, von außen und nach dem Winter von unten. Für viele gehört auch eine regelmäßige Motorwäsche zu einem vollständigen Pflegeprogramm. Wann eine Motorwäsche sinnvoll ist, wo sie gemacht werden kann und was sie kostet erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

 

Was ist eine Motorwäsche?

Als Motorwäsche bezeichnet man die Reinigung des Motors von außen. Dabei werden Motor und Motorraum von Öl, Ruß, Salz vom letzten Winter und von anderen Verschmutzungen befreit. Im Unterschied dazu wird bei einer Motorspülung der Motor von innen gereinigt. Durch spezielle Reinigungsflüssigkeiten, die den Kraftstoff beigemischt werden, sollen bei einer Motorspülung Rußablagerungen und Verbrennungsrückstände im Motor gelöst und entfernt werden.

 

Ist die Motorwäsche erlaubt?

Grundsätzlich ist eine Motorwäsche erlaubt. Allerdings darf eine Motorwäsche nicht überall durchgeführt werden. Nicht gestattet ist die Reinigung des Motors beispielsweise auf dem eigenen Grundstück, in der Garageneinfahrt, am Straßenrand oder auch in normalen SB-Waschboxen. Grund für dieses Verbot ist, dass bei der Motorwäsche immer Öl und andere umweltschädliche Stoffe abgespült werden, die zusätzlich zu den Reinigungschemikalien ins Grundwasser gelangen können. Wenn Sie dennoch in der Garageneinfahrt eine Motorwäsche durchführen, müssen Sie je nach Bundesland und Kommune mit einem Bußgeld in Höhe von bis 50.000 Euro rechnen.

 

Ist die Motorwäsche schädlich?

Im Prinzip nicht. Einige Fahrzeughersteller untersagen jedoch eine Motorwäsche. Sie befürchten, dass elektronische Bauteile im Motorraum durch die Motorwäsche beschädigt werden können. Es sollte daher immer zunächst in der Betriebsanleitung für das Fahrzeug nachgeschaut werden, ob der Fahrzeughersteller eine Motorwäsche erlaubt. Generell sollte bei einer Motorwäsche darauf geachtet werden, welche Komponenten des Motors direkt mit dem Hochdruckreiniger abgespült werden. Manchmal ist etwas mehr Abstand oder die Reinigung mit einem Lappen erforderlich, um keinen Schaden anzurichten.

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Wo kann ich den Motor reinigen lassen?

Die Reinigung des Motors und des Motorraums ist nur in speziellen Waschboxen erlaubt, die mit einem Ölabscheider ausgestattet sind. Ein Reinigen des Motors ist auch in vielen Werkstätten möglich. Moderne Waschanlagen entfernen nicht nur Öl und Fett aus dem Schmutzwasser, sondern auch Schmutzpartikel und bereiten das Wasser so wieder auf, dass es wiederverwendet werden kann. Die Motorwäsche in einer geeigneten Waschbox schützt und entlastet daher die Umwelt. Bevor eine Motorwäsche in einer SB-Waschbox durchgeführt wird, sollte immer nachgefragt werden, ob die Box entsprechend ausgerüstet und die Motorwäsche erlaubt ist.

 

Wie sinnvoll ist eine Motorwäsche?

Ob eine Motorwäsche sinnvoll ist oder nicht, ist natürlich in erster Linie abhängig von der Verschmutzung des Motors und des Motorraums. Bei älteren Fahrzeugen bildet sich im Laufe der Zeit ein Ölfilm auf dem Motor und auch der Batterie. Dieser Ölfilm zieht Schmutz an und der Schmutz wiederum Feuchtigkeit. Ist genügend Feuchtigkeit vorhanden, können Kriechströme entstehen, über die sich die Batterie im Laufe der Zeit entlädt. Bei modernen Fahrzeugen mit einem aus aerodynamischen Gründen verkleideten Unterboden ist eine Motorwäsche meist nicht erforderlich. Durch die Verkleidung gelangt so gut wie kein Schmutz und auch kein Salz an den Motor und in den Motorraum. Einige Fahrzeughersteller raten sogar von einer Motorwäsche ab.

 

Aus den folgenden Gründen kann ein Reinigen des Motors sinnvoll sein:

Nach einer Reparatur des Motors

Auf dem Motor und im Motorraum hat sich ein Ölfilm gebildet

Während des Winters ist viel Wasser mit Streusalz in den Motorraum gelangt

Durch Fahrten im Gelände verschmutzt man den Motor stark

Die Duftmarken von Mardern kann man mit einer Motorwäsche entfernen

 

Gegebenenfalls kann eine Motorwäsche auch sinnvoll sein, wenn man das Fahrzeug verkaufen soll. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten, da Käufer bei einem blitzblanken Motor in einem älteren Fahrzeug misstrauisch werden können. Unseriöse Autoverkäufer wollen mit einer Motorwäsche beispielsweise vertuschen, dass der Motor an verschiedenen Stellen Öl verliert.

 

Wie lange dauert ein Reinigen des Motors?

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Eine Motorwäsche nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Wenn Sie die Motorwäsche selbst vornehmen, müssen Sie mit einem Zeitaufwand von etwa 20 bis 25 Minuten rechnen, je nachdem wie viel Nacharbeiten erforderlich sind. In einer Werkstatt dauert die Motorreinigung etwa 10 bis maximal 20 Minuten.

 

Wie viel kostet eine Motorwäsche?

Wenn Sie den Motor nicht selbst reinigen möchten, können Sie diese Arbeit einem Profi überlassen. Waschstraßen und auch einige Werkstätten verfügen über geeignete Waschplätze, die mit einem Ölabscheider und allen erforderlichen Gerätschaften für eine gründliche und schnelle Motorwäsche ausgerüstet sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass Profis über viel Know-how bei der Motorwäsche verfügen, sodass in der Regel keine Schäden am Motor oder am Auto durch die Wäsche entstehen. Die Reinigung des Motors von einem Profi kostet etwa ab 20 Euro. Je nach Aufwand und Reinigungsmethode können die Kosten auf rund 70 Euro steigen.

 

Wie funktioniert eine Motorwäsche mit Trockeneis?

Profis reinigen den Motor entweder mit speziellen Reinigungschemikalien und einem Hochdruckreiniger oder sie verwenden Trockeneis. Bei der Trockeneis-Methode wird gefrorenes Kohlendioxid mit einer Temperatur von mindestens -80 Grad Celsius und einer speziellen Lanze ähnlich einem Hochdruckreiniger auf den Motor gesprüht. Durch das relativ harte Kohlendioxid werden alle Verschmutzungen wie beim Sandstrahlen vom Motor gelöst und weggeblasen. Die Oberflächen kann man dabei jedoch nicht beschädigen. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass die Elektronik und Elektrik des Fahrzeugs keinen Schaden nimmt, weil keine Wasser verwendet wird. Das Kohlendioxid verdampft sehr schnell und rückstandslos, wenn es wärmer wird.

 

Was muss ich bei einem Reinigen des Motors beachten?

Wer den Motor selbst reinigen möchte, braucht im Prinzip nur einen geeigneten Waschplatz und geeignete Reinigungsmittel. Man muss jedoch einige Punkte beachten, damit der Motor nach der Wäsche immer noch einwandfrei funktioniert.

Das Wichtigste bei einem Reinigen des Motors ist, dass der Motor vor der Reinigung abkühlen muss. Er darf nicht mehr heiß sein. Er sollte aber lauwarm oder handwarm sein, damit der Reiniger besser wirken kann. Wenn der Motor heiß ist und mit Kaltreiniger eingesprüht wird, hat der Reiniger keine Zeit einzuwirken, bevor er verdunstet. Wenn mit dem kalten Strahl eines Hochdruckreinigers einen heißen Motor abspült, kann man Bauteile beschädigen. Beispielsweise kann ein heißer Auspuffkrümmer aus Guss unter einem kalten Wasserstrahl reißen.

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Natürlich sollte das Reinigen nur bei stehendem Motor und abgeschalteter Zündung durchgeführt werden. Vor der Wäsche sollten Sie immer den Plus- und den Minuspol von der Batterie abklemmen, um Kurzschlüsse durch das viele Wasser zu vermeiden. Elektrische und elektronische Bauteile sollten Sie, wenn möglich nicht aus nächster Nähe mit dem Hochdruckreiniger absprühen. Beispielsweise den Verteiler oder die Motorsteuerung.

Um eine optimale Wirkung zu erzielen, muss der Reiniger entsprechend den Herstellervorgaben einwirken können. Gegebenenfalls müssen stark verschmutzte Stellen mehrfach eingesprüht werden. Nach der Einwirkzeit werden der gesamte Motorraum und der Motor mit dem Hochdruckreiniger und klarem Wasser abgespült, bis aller Schmutz und der Reiniger entfernt sind. Danach müssen Sie gegebenenfalls die Zündkerzenstecker und andere Bauteile mit einem Tuch oder Druckluft trocknen. Erst wenn der gesamte Motor trocken ist, kann die Batterie wieder angeschlossen werden.