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Wie funktioniert ein Chiptuning?
Die Abläufe des Motors steuert in modernen Fahrzeugen ein Motorsteuergerät. Dieses ist mit einer Software bespielt, die alle Funktionen des Motors überwacht, steuert und regelt. Sie ist etwa dafür verantwortlich, die Benzineinspritzung, den Zündzeitpunkt oder die zugeführte Luftmenge zu kontrollieren.
Das Chiptuning zielt darauf ab, die Leistung des Motors zu steigern. Hierfür wird die Software des Motorsteuergeräts so angepasst, dass der Motor mehr Leistung erbringt und ein höheres Drehmoment leistet. Das Chiptuning ist ein Teilbereich des Car-Tunings. Möglich wird es dadurch, dass die Hersteller der Fahrzeuge die Leistungsgrenzen ihrer Motoren nicht annähernd ausnutzen.
Arten des Chiptunings
Das Tuning des Motors kann auf unterschiedliche Arten erfolgen, abhängig vom Alter des Fahrzeugs:
- Neuprogrammierung: Die Programmierer nutzen die gleiche Schnittstelle wie Mechaniker, die den Fehlerspeicher auslesen wollen (OBD-2-Schnittstelle, OBD = On-Board-Diagnose). Darüber lesen sie die vorhandenen Softwaredaten aus dem Fahrzeug aus. Die bestehende Programmierung wird durch einen neuen Code überschrieben und gelangt auf demselben Weg zurück zum Steuergerät. Dieses Chiptuning ist für BMW, Mercedes oder VW problemlos möglich und lässt sich bei Bedarf sogar rückgängig machen.
- Erneuerung des Chips: Bei vielen älteren Fahrzeugen lässt sich die Software des Autos nicht auslesen, weil keine OBD-Schnittstelle vorhanden ist. Ein Chiptuning mittels Neuprogrammierung ist deshalb nicht möglich. In diesem Fall entfernen die Experten den bestehenden Chip und ersetzen ihn durch ein neues Modell, auf dem die optimierte Software gespeichert ist.
- Tuningbox: Beim Tuning setzen die Spezialisten einen Zwischenstecker ein, der sich zwischen dem Steuergerät mit aufgespielter Software und den Sensoren befindet. Die Software bleibt bei dieser Variante unverändert. Stattdessen simuliert der Zwischenstecker veränderte Sensorenwerte, was wiederum bestimmte Reaktionen auslöst (z. B. eine Steigerung des Ladedrucks).
Welche Vorteile bringt ein Chiptuning?
Ein Chiptuning an Mercedes, BMW und anderen Fahrzeugen bringt eine Vielzahl von Vorteilen mit sich:
- Das Fahrzeug beschleunigt schneller.
- Es erreicht eine höhere Höchstgeschwindigkeit.
- Der Motor liefert mehr Drehmoment und die Drehzahlbegrenzung kann erhöht werden.
- Es sind lediglich Softwareveränderungen nötig.
- Das Chiptuning ist bei Benzin- und Dieselmotoren möglich.
Fragen Sie sich, ob ein Chiptuning schlecht für den Motor ist? Darüber scheiden sich die Geister. Man kann argumentieren, dass die Leistungssteigerung mithilfe eines erhöhten Verbrauchs von Luft und Treibstoff erreicht wird, was zum vorzeitigen Verschleiß des Motors führen kann. Auch negative Folgen auf andere Bauteile wie den Turbolader, die Einspritzdüsen oder den Katalysator sind im Gespräch. Andere hingegen argumentieren, dass der Motor die Leistungssteigerung aushalten können muss, weil sie im Rahmen der vorhandenen Technik ausgeschöpft wird.
Chiptuning mit TÜV - ist das Tuning legal?
Die gute Nachricht vorweg: Chiptuning ist legal. Allerdings müssen Sie im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bleiben, die von Prüforganisationen wie TÜV oder Dekra überwacht werden.
Chiptuning ohne TÜV-Eintragung: die Folgen
Nach der Software-änderung müssen Sie Ihr Fahrzeug beim TÜV oder der Dekra vorführen und das Chiptuning eintragen lassen. Wenn Sie dies unterlassen, zieht das gleich mehrere negative Folgen nach sich:
- Sie verlieren die Herstellergarantie Ihres Fahrzeugs.
- Die Betriebserlaubnis erlischt ebenfalls.
- Infolgedessen gibt es im Falle eines Unfalls Probleme mit der Schadensregulierung.
- Werden Sie bei einer Kontrolle erwischt, müssen Sie mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.
Gutachten über das Chiptuning
Für ein Chiptuning mit TÜV müssen Sie ein Gutachten darüber vorlegen können, dass trotz der Veränderungen am Chip die Vorgaben der StVZO eingehalten werden. Hier gibt es mehrere Varianten, wie Sie Ihr Chiptuning eintragen lassen können:
- Gibt es bereits ein Mustergutachten? Dann reichen Sie dieses direkt mit ein. Weitere Dokumente sind nicht erforderlich.
- Ist dies nicht der Fall, benötigen Sie ein Einzelgutachten. Dieses bestätigt die Zulässigkeit konkret im Hinblick auf Ihr Fahrzeug, kostet aber einen deutlichen Aufpreis.
- Alternativ wenden Sie sich an einen Dienstleister, der das Chiptuning mit TÜV-Gutachten kombiniert anbietet. Hier ist die Erstellung des Gutachtens bereits inklusive.
Auswirkungen der Leistungssteigerung auf die Kfz-Steuer
Mit Durchführung des Car-Tunings erhöht sich neben der Leistung auch der CO?-Ausstoß des Fahrzeugs. Dies wirkt sich auf die anfallende Kfz-Steuer aus, die sich nach dessen Höhe bemisst. Sprechen Sie das am besten bei der nächsten Hauptuntersuchung an. Das Ergebnis der Abgasuntersuchung wird dann an das Finanzamt gemeldet, das eine Anpassung vornimmt.
Chiptuning & Kosten: Wie viel kostet das Tuning?
Die Chiptuning-Kosten variieren je nach gewählter Variante und Fahrzeug. Die günstigste Variante ist der Zwischenstecker, der im besten Fall schon ab 15 Euro zu haben ist, aber auch bis zu 500 Euro kosten kann. Für den Austausch des Chips sollten Sie sich auf rund 350 bis 500 Euro einstellen. Deutlich teurer ist die Neuprogrammierung des Chips: Kalkulieren Sie mit 300 bis 1.000 Euro.
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