Sicherheit des Pkw-Antriebs: Front-, Allrad- und Hinterradantrieb im Detail

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Antrieb PKW
© GettyImages / sankai
Motointegrator

Angetrieben wird Ihr Auto selbstverständlich von dem Zusammenspiel aus Motor und Getriebe. Doch gibt es in Hinblick auf die Antriebsart große Unterschiede: Ob Ihr Auto einen Front-, Allrad- oder Hinterradantrieb besitzt, entscheidet über dessen Fahrverhalten. In diesem Beitrag erfahren Sie, worin die Unterschiede bestehen und welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Antriebe beim Pkw haben.

Der Frontantrieb (FWD): gängigster Antrieb beim Pkw

Beim Frontantrieb (englisch: Front-Wheel Drive, FWD) wird der Motor quer oberhalb der Vorderachse verbaut. Dadurch ist die Entfernung zu den Antriebswellen der Vorderachse kurz. Diese Antriebsart beim Kfz ist kostengünstig in der Herstellung, weil vergleichsweise wenig Antriebskomponenten erforderlich sind. Deshalb kommt der Frontantrieb in der Mehrzahl der Autos zum Einsatz. In der Kleinwagen-, Kompakt- und unteren Mittelklasse ist er bei den meisten Herstellern Standard.

Der Frontantrieb lässt sich stabil fahren – insbesondere bei schlechter Witterung – und ist somit auch bestens für Fahranfänger geeignet. Außerdem bieten Fahrzeuge mit Frontantrieb meist mehr Platz im Inneren und im Kofferraum. Allerdings besteht in zu schnell gefahrenen Kurven die Gefahr des Untersteuerns. Durch ein ungünstiges Verhältnis des Schräglaufwinkels der vorderen zu den hinteren Rädern wird das Auto in der Kurve nach außen – und somit im schlimmsten Fall in den Gegenverkehr geschoben. Diesen Effekt gleichen die Autohersteller häufig mit elektronischen Stabilitätsprogrammen (ESP) aus.

Der Hinterradantrieb (RWD): bei einigen Herstellern Standard

Entgegen der landläufigen Meinung ist ein Hinterradantrieb (englisch: Rear-Wheel Drive, RWD) nicht gleichbedeutend mit einem Heckantrieb. Ein Hinterradantrieb in Autos bedeutet lediglich, dass der Motor anstelle der Vorderräder die Hinterräder antreibt. Der Motor kann sich dabei aber dennoch unter der Motorhaube des Fahrzeugs befinden. Bei Autos mit Heckantrieb hingegen liegt der Motor im hinteren Bereich des Fahrzeugs – und treibt dort ebenfalls die Hinterräder an. Kurzum: Ein Heckantrieb ist immer ein Hinterradantrieb – umgekehrt trifft dies aber nicht unbedingt zu.

Der Hinterradantrieb hat Vorteile und Nachteile:

VorteileNachteile
  • besseres Kurvenverhalten dank ausgeglichenerer Achslastverteilung
  • geringe Gefahr des Untersteuerns
  • dynamischeres Fahrverhalten
  • bei Schnee und Eis Neigung des Hinterradantriebs zum Übersteuern (Heck kann ausbrechen)
  • höhere Herstellungskosten
  • bei Heckantrieb weniger Platz im Fahrgastraum und Kofferraum

Auch wenn der Hinterradantrieb im Winter zum Ausbrechen neigt, ist er bei Autobesitzern sehr beliebt. Er vermittelt ein ausgesprochen angenehmes, dynamisches Fahrgefühl. Bei BMW ist der Hinterradantrieb ebenso Standard wie bei einigen anderen Autobauern (z. B. Jaguar).

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Der Allradantrieb (AWD): mehr Sicherheit, aber hohe Kosten

Beim Allradantrieb (englisch: All-Wheel Drive, AWD, 4×4) treibt der Motor alle vier Räder gleichermaßen an und spricht somit gleichzeitig die Vorder- und Hinterachse an. Selbst bei schlechten Straßenverhältnissen mit Schnee und Eis ist mit diesem Antrieb beim Pkw eine gleichmäßige Kraftübertragung auf die Straße gegeben. Weder Unter- noch Übersteuern sind beim Allradantrieb ein Problem.

Der Allradantrieb ist in der Herstellung teuer und gehörte deshalb lange Zeit lediglich in Fahrzeugen der Oberklasse oder in Geländewagen zur Serienausstattung. Spätestens seit dem Siegeszug der SUV-Klasse sind Fahrzeuge mit 4×4-Antrieb auch in der Mittelklasse vertreten. Und sogar einige Kleinwagen sind mit (optionalem) Allradantrieb verfügbar, darunter der BMW-1er, der Suzuki Ignis oder der Toyota Yaris Cross.

Was ist sicherer: Front-, Allrad- oder Hinterradantrieb?

Ziehen Sie den Vergleich zwischen allen drei Antrieben für Pkw, wird der Allradantrieb immer die Nase vorne haben. Er merzt die Nachteile von Front- und Hinterradantrieb aus. Ist der Allradantrieb für Sie aus finanziellen Gründen keine Option, landet der Frontantrieb in Sachen Sicherheit an zweiter Stelle. Im Winter behalten Sie selbst bei schneebedeckter oder vereister Fahrbahn die Kontrolle über Ihr Fahrzeug. Auch ein Hinterradantrieb lässt sich im Winter gut kontrollieren. Dies erfordert allerdings ein wenig Übung und ist natürlich auch Gewohnheitssache.

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