Bremssattel (1033 Suchergebnisse)

Bremssattel sind wesentliche Bestandteile der Scheibenbremse

Neben der Bremsscheibe bilden der Bremsbügel mit dem darauf montierten Bremssattel die wesentlichen Komponenten einer Scheibenbremse. . Bremssattel wird auch als Bremszange bezeichnet, während der Bremsbügel auch als Bremsträger bekannt ist. Während der Bremsbügel eine direkte feste Verbindung zum Fahrzeug herstellt, ist der Bremssattel am Bremsbügel befestigt. Der Bremssattel enthält die Bremskolben und die Bremsbeläge, die durch die Bremskolben gegen die Bremsscheibe gedrückt werden.

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Funktion von Bremssattel

Um mit einer Scheibenbremse die Bremswirkung zu erreichen, dreht sich die Bremsscheibe mit dem zu bremsenden Rad und deshalb z.B. mit der Radnabe verbunden. Dem gegenüber ist der Bremssattel mit den für die Verzögerung der Bremsscheibe zuständigen Bremsklötzen unbeweglich eingebaut und dazu über den Bremsbügel fest zum Beispiel mit tragenden Teilen des Fahrzeugs verbunden. Der Arbeitsweg der Bremsbeläge einer Scheibenbremse ist zwar nur wenige Zehntelmillimeter weit, für eine gute Bremswirkung einer Scheibenbremse sind jedoch hohe Anpresskräfte erforderlich, die nur über eine Übersetzung der vom Fahrer am Pedal oder Handgriff ausgeübten Kraft erreicht wird. Die Kraftübertragung zwischen Pedal bzw. Handgriff erfolgt deshalb hydraulisch und übersetzt über den Hauptbremszylinder und die Bremsleitung in den Bremssattel. Dort erreicht der Druck den oder die Bremskolben im Radbremszylinder, welche die Kraft auf die Bremsbeläge übertragen.

Leistungssteigerung mit Bremsbügel und –sattel

Die so genannten Einkolbensättel verfügen nur über einen Bremskolben, der den Druck der Bremshydraulik auf die beiden Bremsbeläge überträgt. In einem Bremssattel mit einer Zweikolben-Bremsanlage ist für jeden der beiden Bremsbeläge jeweils ein Kolben zuständig. Das sorgt für eine bessere Bremswirkung, als in Einkolbensätteln möglich. Andere leistungssteigernde Bremssatteltypen stellen die radial verschraubten Bremssättel dar. Diese werden vor allem im Rennsport verwandt, weil sich ihr Durchmesser nach Bedarf an unterschiedlich dicke Bremsscheiben anpassen lässt.

Wartung von Bremssattel

Bei Arbeiten an Bremssattel muss man damit rechnen, dass alle Schraubverbindungen starken Temperaturschwankungen und starken Korrosionseinflüssen ausgesetzt waren und deshalb besonders fest sitzen. Deshalb ist es zweckmäßig, bei solchen Arbeiten neben entsprechend robustem Werkzeug Rostlöser, Gleitöle etc. zu verwenden. Zum Ausbau eines Bremssattels wird das Fahrzeug aufgebockt bzw. angehoben. Danach wird das Rad abgenommen. Der Bremssattel ist mit Schrauben am Bremsbügel befestigt und muss entfernt werden. Dann kann der Bremsbügel von seiner Befestigung gelöst und entfernt werden. Um unnötigen Aufwand durch erneuten Montageaufwand zu vermeiden, sollten man bei wartungs- oder reparaturbedingten Arbeiten mit Ausbau von Bremssattel gleichzeitig die alten Bremsscheiben gegen neue austauschen.

Funktionsprinzip des Bremssattels

Bremssättel funktionieren wie eine Zange, weshalb sie auch als Bremszangen bezeichnet werden. Sie drücken die Bremsbeläge fest an die Scheibe, sodass die Bewegungsenergie effizient in Reibungsenergie umgewandelt wird. Dabei sind zwei Arten von Bremssätteln zu unterscheiden:

- der Festsattel

- der Schwimmsattel

Der deutlichste Unterschied liegt bei den Kolben. Der Schwimmsattel besitzt innen einen oder mehrere Bremskolben. Drücken diese auf den Bremsbelag, zieht es die Bremszange automatisch von außen nach innen, denn der äußere Teil des Sattels sitzt auf Gleitstiften. Dieses "Gleiten" führt zur Bezeichnung Schwimmsattel.

Der Schwimmsattel kann mit diesem relativ einfachen Aufbau die Beläge effizient zusammendrücken. Die Position ist daher bei den meisten Fahrzeugen vorne, wo die meiste Bremskraft benötigt wird. An der Hinterachse finden sich dagegen oftmals Festsättel (bei älteren oder kleinen, sehr billigen Fahrzeugen noch Bremstrommeln). Hier drücken Kolben die Bremsbeläge von innen und außen zusammen. Die Handbremse wird entweder über eine zusätzliche Mechanik oder eine kleine Trommelbremse in der Bremsscheibe betätigt.

Die häufigsten Defekte am Bremssattel

Die Kolben sind nach außen über eine Gummimanschette gegen eindringenden Schmutz (Bremsstaub) geschützt. Jedoch unterliegen auch diese Manschetten Verschleiß, werden also porös oder können reißen. Der eindringende Schmutz kann den Kolben festsetzen, sodass sich der Kolben nur noch geringfügig oder gar nicht mehr bewegt. Es gibt Reparaturkits, die hier helfen. Die Kolben und Zylinderwände werden gereinigt, gegebenenfalls mit sehr feinem Schleifpapier geschliffen.

Am Schwimmsattel können die Gleitstifte so stark verschmutzen, dass der Schwimmsattel nicht mehr beweglich ist. Daher sind diese Stifte beim Bremsenservice entweder zu erneuern oder ebenfalls akkurat zu reinigen. Anschließend werden sie mit Alu- oder Kupferpaste eingeschmiert, um gleitfähig zu bleiben.

Werden diese Wartungsarbeiten nicht sauber ausgeführt, kann ein Bremssattel buchstäblich verklemmen - auch, wenn die Bremse betätigt wurde. Dann drückt ein Belag dauerhaft auf die Scheibe und sorgt dafür, dass der Bremsenbereich deutlich überhitzt wird. Die Beläge werden dann hart (glasig) und können nicht mehr genutzt werden. Außerdem kann die Bremsflüssigkeit zu heiß werden. Selbst die Radlager können beeinträchtigt werden, wenn sich deren Fett zu sehr verflüssigt.

Womit darf ein Bremssattel nicht gereinigt werden?

Beim Instandsetzen der Bremse muss der komplette Bremssattel natürlich gereinigt werden. Dazu darf nicht jedes "Reinigungsmittel" verwendet werden. Vorzugsweise sollte Bremsenreiniger verwendet werden, da dieser die Gummimanschetten nicht angreift. Zusätzlich ist der Sattel gut mit Druckluft auszublasen (an Mundschutz denken).

Bremssattel lackieren

Das Lackieren eines Bremssattels ist nicht notwendig aus Wartungs- und Instandhaltungssicht. Vielmehr handelt es sich um eine Maßnahme, den Bremssattel "sportlich" wirken zu lassen. Beim Lackieren ist darauf zu achten, ausschließlich dafür geeigneten Lack zu verwenden.

Bremssättel können je nach Fahrzeug aus Stahlguss oder Aluguss bestehen. Bei Aluminium ist die Oxidationsschicht zu bedenken, die sich bei Kontakt zur Luft sofort bildet (nachdem sie zunächst abgeschliffen wurde). Dadurch kann der Lack eventuell nicht anhaften. Außerdem ist beim Lackieren darauf zu achten, bewegliche Bereiche und Teile nicht zu lackieren, damit diese gangbar bleiben.

Besonderheiten beim Bremsbelagwechsel

Die Bremskolben müssen beim Wechsel der Bremsbeläge wieder zurückgedrückt werden. Dazu wird erst der Ausgleichsbehälter für die Bremsflüssigkeit geöffnet, damit kein Druck aufgebaut wird. Für Bremssattelkolben gibt es unterschiedliche Systeme: manche Kolben werden nur zurückgedrückt, andere müssen gedreht und gedrückt werden. Dafür gibt es jeweils passende Kolbenrücksteller.

Nach dem Bremsbelagwechsel wird nicht sofort losgefahren. Das Auto wird zunächst gestartet (Unterdruck für den Bremskraftverstärker), dann wird die Bremse mehrmals im Stand betätigt. Zunächst wird das Pedal durchfallen, weil die Kolben zu weit zurückgedrückt wurden. Erst, wenn der richtige Druck wieder gegeben ist, können Sie losfahren.