Wieviel Treibstoff benötigt mein Auto?

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© hxdbzxy / Shutterstock
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Der Spritverbrauch eines Autos stellt in Bezug auf die laufenden Kosten einen der bedeutsamsten Faktoren dar, weshalb es wichtig ist, diesen Wert genau zu kennen. Für eine möglichst exakte Kalkulation sollten sich der Verbraucher bei der Berechnung allerdings nicht auf die Herstellerangaben verlassen, da diese in vielen Fällen vor allem dem Marketing dienen und häufig nicht viel mit dem realen Verbrauch gemeinsam haben. Doch wie ermittelt man den eigenen Verbrauch eigentlich genau und weshalb sind die Angaben der Hersteller oft nicht realitätsgetreu?

Herstellerangaben und Realität – Wieso gibt es hier oft Diskrepanzen?

Um dem Verbraucher eine Vergleichsmöglichkeit hinsichtlich des Kraftstoffverbrauchs bei PKWs zu bieten, wurden vom Gesetzgeber genormte Messverfahren vorgeschrieben, mit deren Hilfe die Herstellerangaben ermittelt werden. Bei der Messung durchläuft ein Fahrzeug insgesamt drei Prüfzyklen, die sowohl inner- und außerstädtischen Betrieb als auch Hochgeschwindigkeitsfahrten simulieren. Trotz der strengen Vorgaben bei den genormten Prüfverfahren zeigten viele Test in der Vergangenheit, dass die angegebenen Werte in vielen Fällen deutlich niedriger ausfallen als es in es in der Realität der Fall ist. Dies liegt vor allem an der komplexen Zusammensetzung der Verbrauchswerte, die in der Praxis von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst werden.

So hat neben der Geschwindigkeit

© seroma72 / Shutterstock
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beispielsweise auch die individuelle Fahrweise oder die Anzahl der angeschalteten Verbraucher einen deutlichen Einfluss auf die Verbrauchsmenge. Viele dieser Faktoren werden in den Tests der Hersteller nicht korrekt berücksichtigt, was im Endeffekt das Ergebnis verfälscht. Ein Beispiel hierfür ist unter anderem die Tatsache, dass zusätzliche Verbraucher – wie Heizung, Gebläse oder Radio – während den Tests ausgeschaltet bleiben, was allerdings nur in den seltensten Fällen der Realität entspricht. Weiterhin beträgt die Höchstgeschwindigkeit beim letzten Prüfzyklus lediglich 120 km/h, obwohl viele Menschen auf den deutschen Autobahnen deutlich schneller unterwegs sind.

Wie lässt sich der tatsächliche Verbrauch ermitteln?

So komplex die Zusammensetzung des Verbrauchswertes auch ist: Die Ermittlung des individuellen Kraftstoffbedarfs ist zum Glück relativ simpel. Eine der einfachsten Methoden ist es, den eigenen Verbrauch direkt an der Tankstelle zu ermitteln. Hierfür tanken Sie Ihr Fahrzeug einmal komplett voll und stellen anschließend den Kilometerzähler auf Null. Nachdem Sie einhundert Kilometer gefahren sind, steuern Sie wieder eine Tankstelle an und tanken so viel Treibstoff nach, bis das Kraftstoffreservoir wieder vollständig gefüllt ist. Die nun an der Zapfsäule angegebene Menge – beispielsweise 8,5 Liter – entspricht nun dem realen Verbrauch, was in diesem Beispiel 8,5 Liter auf einhundert Kilometern bedeuten würde. Sie müssen nicht zwangsläufig einhundert Kilometer fahren, da sich mit Hilfe des Dreisatzes auch andere Distanzen schnell und einfach auf einen Verbrauch pro einhundert Kilometer umrechnen lassen. Hierfür kann zum Beispiel mit einem Taschenrechners die Litermenge durch die Fahrtstrecke dividiert und anschließen mit dem Wert einhundert multipliziert werden.

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Auf welche Art kann man den Verbrauch senken?

Mit der oben genannten Messmethode können Sie des Weiteren auch überprüfen, inwieweit sich Einsparmaßnahmen in der Realität auf den Verbrauch auswirken. So hat unter anderem die individuelle Fahrweise einen deutlichen Einfluss auf den Treibstoffverbrauch. Wer zum Beispiel seinen Motor gerne hochdrehen lässt und auf der Autobahn das Gaspedal häufig durchdrückt, verbraucht wesentlich mehr Treibstoff, als jemand mit einem vergleichsweise passiven Fahrstil. Auch die Auswahl von Fahrzeugkomponenten wirkt sich im Betrieb auf den Kraftstoffbedarf aus. Insbesondere die Reifen und das Einhalten des korrekten Luftdrucks spielen hierbei eine wichtige Rolle. So weisen Reifen je nach Hersteller und Modell unterschiedliche Reibungswiderstände auf, die sich in der Praxis auf die Höhe des Kraftstoffbedarfs auswirken.

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