Weißer Qualm aus dem Auspuff: Ursachen & Tipps

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weißer Qualm aus Auspuff
© GettyImages / mathieukor

Kommt weißer Qualm aus dem Auspuff Ihres Autos, kann das ganz schön erschreckend sein. Normalerweise sind die Abgase nämlich farblos und deshalb nicht wahrnehmbar. In diesem Beitrag klären wir häufige Ursachen und was Sie dagegen tun können.

Kondenswasser als harmlose Ursache für weißen Qualm aus dem Auspuff

Häufig ist weißer Rauch aus dem Auspuff eines Autos ganz harmlos: Es handelt sich nicht um Qualm, sondern um Dampf. Dieser entsteht durch Wasser in der Abgasanlage, das etwa bei der Autoreinigung in der Waschanlage eintritt.

Besonders häufig können Sie weißen Rauch aus dem Auspuff bei Kälte wahrnehmen. Die Abgasanlage zieht nach dem Abkühlen nach jeder Fahrt Feuchtigkeit. Bei der nächsten Fahrt verdampft diese und hinterlässt bei niedrigen Temperaturen weißen Dampf. Gewöhnlich lässt dieser Effekt schon nach wenigen Kilometern nach, sobald die gesamte Anlage auf Betriebstemperatur ist. Bei kaltem Motor ist der weiße Rauch aber ganz normal.

Defekt am Zylinderkopf verursacht weißen Rauch aus dem Auspuff

In den Motor gelangendes Kühlwasser verursacht weißen Rauch aus dem Auspuff. Es verdampft und wird als Rauch sichtbar. Mögliche Ursache könnte ein Defekt der Zylinderkopfdichtung oder des Zylinderkopfs selbst sein. Er schließt dann nicht mehr korrekt ab und lässt Kühlwasser eindringen. Wird der Schaden nicht untersucht und behoben, kann dies sogar zum Motorschaden führen.

Es ist deshalb wichtig, das Problem beheben zu lassen. Neben dem Tausch des defekten Ersatzteils sind weitere Arbeiten zu erledigen:

  • Ölfilter wechseln
  • neues Motoröl einfüllen
  • Kühlwasser nachfüllen

Je nach Fahrzeug liegen die Kosten für den Wechsel der Zylinderkopfdichtung bei etwa 700 bis 1.400 Euro, für den Austausch des Zylinderkopfes sogar bei 1.000 bis 2.500 Euro.

Weißer Rauch am Auspuff mit Benzingeruch

Dringt bei kaltem Motor weißer Rauch aus dem Auspuff, vermischt mit Benzingeruch? Auch das kann ganz harmlos sein. Bei einem Kaltstart spritzt der Motor mehr Kraftstoff ein, um den Motorstart zu befeuern. Oft wird nicht die gesamte Menge verbrannt. Zudem arbeitet der Katalysator im kalten Zustand noch nicht richtig. In der Folge tritt eine kleine Menge Benzin durch die Abgasanlage aus und es kommt zum Benzingeruch.

Wichtig: Dieser Geruch nach Benzin sollte nur direkt nach dem Kaltstart wahrnehmbar sein. Riecht der weiße Rauch aus dem Auspuff auch nach mehreren Minuten Fahrt noch immer nach Benzin, sollten Sie das Fahrzeug besser von einer Werkstatt untersuchen lassen.

Defekter Turbolader: Eintritt von Öl verursacht weißen Rauch am Auspuff

Weißer Rauch am Auspuff kann auch von einem defekten Turbolader herrühren. Dieser wird geschmiert, um Lagerschäden im hohen Drehzahlbereich vorzubeugen. Ein mechanischer Defekt kann das Eindringen von Motoröl in den Turbolader verursachen. In der Folge entsteht weißer Rauch, der häufig auch nach Öl riecht. Auch hier drohen schwere Folgeschäden, wenn Sie das Problem nicht beheben lassen. Rechnen Sie mit Kosten von rund 1.300 bis 3.500 Euro.

Besteht mein Auto trotz weißem Qualm die Abgasuntersuchung?

Steht die nächste Abgasuntersuchung beim TÜV oder der DEKRA an, macht weißer Qualm aus dem Abgasrohr Sie zu Recht nervös. Ob Ihr Auto die AU dennoch besteht, hängt von der Ursache des Rauchs ab. Handelt es sich lediglich um kältebedingten Dampf durch Kondenswasser, stellt dies in der Regel kein Problem bei der Haupt- und Abgasuntersuchung dar.

Anders sieht es hingegen aus, wenn bei der Abgasuntersuchung erhöhte Abgaswerte festgestellt werden. Es befindet sich dann eine zu hohe Konzentration an Schadstoffen in den Autoabgasen. Dies kann einen erheblichen Mangel darstellen. In der Folge wird der Prüfer die neue Plakette verweigern, bis Sie den Mangel behoben haben und das Auto die Grenzwerte einhält.

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