Was hilft wirklich gegen Tacho-Betrüger?

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© Bjoern Wylezich / Shutterstock

Der Polizei zufolge wird beim Verkauf jedes dritten Gebrauchtwagens in Deutschland der Tacho manipuliert. Durch die Tachomanipulation können Verkäufer im Durchschnitt pro verkauftes Fahrzeug 3000 Euro mehr verlangen als dem tatsächlichen Wert entspricht. So entsteht in Deutschland ein Schaden von ungefähr 6 Milliarden Euro pro Jahr. Darunter leiden in erster Linie private Käufer. Aber woran liegen diese hohen Zahlen und was kann dagegen unternommen werden?

Tacho zurückdrehen – ein Kinderspiel

Einen Autotacho zu manipulieren ist gar nicht schwer. Die Tacho-Betrüger verwenden dazu lediglich ein leicht zu bedienendes Manipulationsgerät, welches sogar legal erhältlich ist. Mit einer auf dem Gerät installierten Software kann der Kilometerstand beliebig herunter manipuliert werden – und das innerhalb weniger Sekunden. Seit jedes Fahrzeug ab Baujahr 2000 über einen Diagnose-Stecker verfügt, muss der Tacho nicht mehr ausgebaut werden um das Manipulationsgerät anschließen zu können. Somit wird der Betrug zum Kinderspiel!

Bietet eine öffentliche Datenbank Transparenz?

Eine Datenbank zur Erfassung des Tachostands sieht der ADAC nicht als ideale Lösung an. Denn die Eintragung in die Datenbank erfolgt oft erstmals mit der ersten Hauptuntersuchung, wenn das Fahrzeug bereits drei Jahre alt ist. Tacho-Betrüger können den Kilometerstand des Fahrzeugs vorher manipulieren und ihren gefälschten Kilometerstand durch die Datenbank amtlich bestätigen lassen.

Verantwortung liegt bei den Autoherstellern

Es existieren bereits technische Möglichkeiten den Tacho-Betrügern einen Strich durch die Rechnung zu machen. Seit einiger Zeit verwenden Automobilhersteller einen HSM-Speicher unter anderem um ihre Fahrzeuge gegen Chip-Tuning zu schützen. Daten werden auf diesen HSM-Speicher hinterlegt und können danach nicht mehr überschrieben werden. Solche Speicher könnten von den Autoherstellern ebenfalls für den Kilometerstand eingesetzt werden. Es gilt demzufolge die Hersteller davon zu überzeugen, den geringen Betrag von 99 Cent pro Fahrzeug für dieses Unterfangen auszugeben um private Gebrauchtfahrzeug-Käufer vor fiesen Tacho-Betrügern zu schützen!