Starthilfe geben – so benutzen Sie ein Starterkabel richtig!

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Es kann bei jedem Fahrzeug passieren. Es springt nicht mehr an und eine entladene Batterie ist schuld. Dies kann aus eigenem Verschulden der Fall sein, weil Licht am Auto angelassen wurde. Aber auch kalte Temperaturen gerade im Winter können dazu führen, dass eine Batterie sich entlädt. Um das Fahrzeug wieder starten zu können, muss man die Batterie nicht zwangsläufig austauschen. Wie richtig Starthilfe gegeben werden kann, erklärt der folgende Beitrag über den Starterkabel.

 

Wozu wird ein Starterkabel benötigt?

Schnell kann es passieren, dass die Batterie leer ist, das Fahrzeug nicht mehr anspringen will. Haben Sie eine solche Panne nicht zu Hause vor der Haustür, dann ist dies ärgerlich, weil Sie das Fahrzeug ja nicht einfach dort stehen lassen wollen. Für solche Zwecke ist es hilfreich, immer ein Starterkabel im Kofferraum liegen zu haben. Vielleicht finden Sie ein vorbeifahrendes Fahrzeug dessen Fahrer Ihnen dann kurz Starthilfe mit dem Kabel geben kann. Oder aber ein Freund, Bekannter oder Verwandter kommt zu diesem Zwecke vorbei. So kann die Batterie in der Regel schnell und unkompliziert wieder aufgeladen werden und Sie können Ihren Weg fortsetzen. Tritt ein solches Problem jedoch häufiger auf,

entlädt sich die Batterie sofort wieder oder lässt sie sich gar nicht mehr aufladen und das Fahrzeug springt trotz Starterkabel nicht mehr an, dann ist es an der Zeit für eine neue Batterie. Denn auch eine Nutzungsdauer einer Batterie ist nur zeitlich begrenzt.

 

Wozu dient das Kabel?

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Ein Starterkabel ist dazu da, zwei Fahrzeuge über die Batterien miteinander zu verbinden, wenn eines davon sich nicht mehr starten lässt. Das ist meist dann der Fall, wenn sich die Batterie aus welchem Grund auch immer, entladen hat. Wichtig ist hierbei, dass das Starterkabel richtig angeschlossen wird. Sie dürfen daher auf keinen Fall die beiden Pole an den Batterien verwechseln. Hier gibt es um einen den Minus- und zum anderen den Pluspol. Die entsprechenden Zeichen ein Minus (-) sowie ein Plus (+) sind hierbei direkt neben dem entsprechenden Pol in den Kunststoff der Batterie eingegossen oder in die Pole selbst direkt eingeschlagen. Sehen Sie keine entsprechenden Hinweise zu den Polen auf der Batterie, dann sollten Sie nicht selbst versuchen, die Batterie mit einem Starterkabel wieder aufzuladen sondern die Angelegenheit einem Fachmann überlassen.

 

Alternativ die Batterie an einer Haushaltssteckdose aufladen

Wenn Ihr Fahrzeug vor der Haustür steht und nicht anspringen will, dann können Sie die Batterie auch an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose wieder aufladen. Hierfür gibt es kleine Ladegeräte, an die Sie die Batterie über Nacht anhängen und aufladen können.

 

Welches Starterkabel sollte gewählt werden?

Wichtig ist, dass ausgewählte Starterkabel (Überbrückungskabel) stark genug ist, die entleerte Batterie eines Pannenfahrzeuges wieder aufzuladen. So müssen Sie darauf achten, dass das Starterkabel der entsprechenden Norm entspricht. Hier sollte auf die ISO-Norm 6722 oder die DIN-Norm 72.553 zurückgegriffen werden. Zudem ist wichtig, dass das Starterkabel biegsam ist und die Pol-Zangen komplett in Kunststoff eingehüllt sind. Einzig die Kontaktspitzen bestehen hier aus Metall.

 

Wie schließt man das Starterkabel richtig an?

Im folgenden zeigen wir Ihnen eine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung mit der Sie auch als Anfänger das Starterkabel richtig anschließen und Ihr Fahrzeug wieder zum Laufen bekommen. Die folgende Reihenfolge sollten Sie hierbei unbedingt beachten:

Wichtig ist als erstes, die eigene Sicherung. Gerade, wenn Sie mit Ihrem Fahrzeug an einer befahrenen Straße liegen geblieben sind oder die Stelle sehr unübersichtlich ist, müssen Sie sehr vorsichtig sein. Daher ziehen Sie als erstes die Warnweste an, während Sie noch im Auto sitzen. Diese sollte immer griffbereit im Fahrerraum liegen. Erst danach steigen Sie aus und stellen ein Warndreieck auf. Danach können Sie sich um Ihr Pannenfahrzeug mit dem Starterkabel kümmern.

Ein Starterkabel ist in der Regel nicht sehr lang. Daher ist es wichtig, dass Sie mit den helfenden Fahrzeug so nah wie möglich an das Pannenfahrzeug heranfahren. Die Motoren sollten sich hierbei direkt gegenüber oder nebeneinander stehen.

Anschließend im zweiten Schritt schalten Sie die Fahrzeuge in den Leerlauf, tragen Sorge dafür, dass alle Stromquellen geschlossen sind und ziehen Sie dann die Handbremse an. Damit sind die Vorbereitungen für eine Starthilfe abgeschlossen.

Im dritten Schritt müssen Sie das Starterkabel nun anschließen. Hierzu nutzen Sie als erstes das rote Kabel, das Sie am Pannenfahrzeug an den Pluspol der Batterie anschließen. Danach schließen Sie das andere Ende des roten Kabels an den Pluspol der Batterie im helfenden Fahrzeug an. Unbedingt wichtig ist hierbei die Reihenfolge. Erst an das Pannenauto anschließen und danach an das helfende. Zudem immer als erstes mit dem roten Kabel beginnen.

Im nächsten Schritt folgt der Anschluss des schwarzen Starterkabels. Hierbei wird nun umgekehrt angeschlossen. Als erstes muss die Klemme an den Minuspol der spendenden Batterie im helfenden Fahrzeug angeschlossen werden. Danach wird ein nicht lackierter, metallener Karosserieteil am Pannenauto mit dem anderen Ende des schwarzen Starterkabels verbunden. Diese Stelle darf nicht mit Flugrost behaftet sein. Ist dies der Fall, müssen Sie die Stelle vor dem Verbinden mit dem Starterkabel abschleifen. Hierzu können Sie Sandpapier nutzen.

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Ganz wichtig ist, dass Sie dieses schwarze Kabel nicht an die leere Batterie an den Minuspol anklemmen. Ansonsten kommt es zu Funkenflug, der zu Verletzungen führen kann.

Im nächsten Schritt lassen Sie den Motor des helfenden Fahrzeuges an und dann erst den Motor des Pannenfahrzeuges. Der Startvorgang sollte nur kurz dauern, also nicht den Schlüssel in der Zündung umgedreht lassen. Passiert nichts, besser wieder ausstellen und nochmals erneut im Pannenfahrzeug versuchen zu starten. Idealerweise arbeiten Sie hier zu Zweit, so dass sich in jedem Fahrzeug ein Fahrer befindet. Der Fahrer des helfenden Fahrzeuges sollte ein wenig Gas geben, damit die Leistung kräftiger wird, die auf das Pannenfahrzeug übertragen werden soll.

Sobald der Motor am Pannenfahrzeug wieder läuft, sollten Sie die großen elektrischen Verbraucher einschalten. Hierzu gehören Licht, Lüftung und Gebläse. So können Sie die Bordelektronik schützen und Spannungsspitzen vermeiden. Gleichzeitig sollten nun auch beide Fahrzeuge für einige Minuten weiter laufen.

Ist das Pannenfahrzeug trotz allem beim dritten Versuch nicht angesprungen, sollten Sie bei beiden Fahrzeugen die Zündung sofort ausschalten und es besser nicht noch einmal selbst versuchen, sondern einen Fachmann zu Rate ziehen um unnötige Schäden an beiden Fahrzeugen entsprechend zu vermeiden.

Im letzten Schritt wird jetzt das Starterkabel wieder entfernt, aber in genau umgekehrter Reihenfolge, als es zuvor angeschlossen wurde. So wird als erstes das schwarze Kabel zuerst am helfenden Fahrzeug und dann am Pannenfahrzeug entfernt. Danach entfernt man das rote Kabel von der gestarteten Batterie des Pannenfahrzeugs.

Nun muss sich die Batterie wieder aufladen, was dadurch gelingt, dass Sie mit dem Pannenfahrzeug eine mindestens einstündige Fahrt antreten. Ansonsten kann es sein, dass Sie das Fahrzeug nach dem Beenden einer kürzeren Fahrt beim nächsten Mal wieder nicht starten können, weil die Batterie nicht genügend aufgeladen wurde.

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Ganz wichtig bei dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung ist, dass Sie sich genau an diese Reihenfolge halten, die Ihnen hier aufgezeigt wurde. Ansonsten kann es zu Schäden am Fahrzeug oder zu Verletzungen der beteiligten Personen kommen.