Sorgt für die Schmierstoffversorgung: Die Ölpumpe

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© nexus 7 / Shutterstock

Eine funktionierende Ölpumpe ist eine Grundvoraussetzung für einen intakten Schmierstoffkreislauf und ein langes Motorleben. Was sollten Sie über das Aggregat wissen?

© motointegrator.de/ Ölpumpe TOPRAN 720 158
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Zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein langes Motorleben gehört die Schmierung – und hier spielt die Ölpumpe wiederum eine entscheidende Rolle: Sie befördert den Schmierstoff aus der Ölwanne über den Ölfilter zu den Schmierstellen am Motor. Dazu gehören unter anderem hochbelastete Bauteile wie die Zylinder oder die Kurbelwelle. Ein hoher Öldruck ist wichtig, damit das Öl schnell zu diesen Schmierstellen gelangt – auch bei einem Kaltstart. Dabei ist das Öl zähflüssiger, weshalb einige Zeit vergeht, bevor diese neuralgischen Punkte geschmiert werden können. Während dieses kurzen Zeitraumes ist der Verschleiß besonders hoch. Üblicherweise wird das Aggregat indirekt über die Kurbelwelle angetrieben, wofür je nach Konstruktion Zahnräder oder Kettenantriebe zum Einsatz kommen. Moderne Ölpumpen können den Öldruck dabei bedarfsgerecht regeln, sodass die Förderleistung bei hoher Drehzahl aber geringer Last reduziert werden kann. In der Folge lässt sich auf diese Weise der Kraftstoffverbrauch senken.

Austausch der Ölpumpe nur selten notwendig

Die Lebensdauer der Ölpumpe ist so hoch, dass die meisten Fahrzeughalter das Aggregat niemals austauschen müssen – mehrere Hunderttausend Kilometer sind hier die Regel. In einigen Fällen kann es allerdings sehr wohl zu einem tückischen Defekt kommen: Mangelhafte Ölqualität, Ölverdünnung durch Undichtigkeiten des Zylinderkopfes, oder das Eindringen von Schmutz können einen Austausch notwendig machen. Zudem sorgen bei einigen Fahrzeugmodellen Konstruktions- oder Qualitätsmängel dafür, dass es zu einem Wechsel der Ölpumpe kommen muss. In die wenigsten Fahrzeuge wird heute noch eine Öldruckanzeige eingebaut; eine Warnung, die auf zu geringen Öldruck hinweist, erscheint aber in jedem Fall. Bei einer solchen Warnung durch die Onboard-Diagnose oder das Aufleuchten der Ölkontrollleuchte muss der Motor sofort abgestellt werden. Bei einer Weiterfahrt sind nach kürzester Zeit erhebliche Folgeschäden zu erwarten, die zu einem Motorschaden führen können. Ist ein zu geringer Ölstand nicht die Ursache für den zu geringen Öldruck, kommt ein Ölpumpendefekt in Betracht. Weitere Indizien für eine defekte Ölpumpe können ungewöhnliche Motorgeräusche und Undichtigkeiten am Motor sein.

Defekt kann teuer werden

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Eine Reparatur der Ölpumpe ist in der Regel nicht möglich oder aber zumindest unwirtschaftlich. Wie bei der Wasserpumpe auch, findet ein kompletter Austausch statt; bei entsprechendem Verschleißzustand wird darüber hinaus auch der Antrieb ausgetauscht. Die Kosten betragen je nach Fahrzeugmodell einige Hundert Euro für das Ersatzteil selbst, wobei für den Einbau etwa zwei bis drei Arbeitsstunden einkalkuliert werden müssen. Insgesamt muss für einen Austausch mit Kosten in Höhe von 600 bis 1.000 Euro gerechnet werden. Verhindern lässt sich diese Ausgabe nur, indem der Ölwechsel in den vorgeschriebenen Intervallen ausgeführt wird. Eine Wartung der Ölpumpe selbst ist nicht erforderlich.