Rußpartikelfilter – Funktion, Reinigung und Reparaturkosten

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© GettyImages / nikamata

Dicke schwarze Rußwolken, die aus dem Auspuff eines Diesel-PKWs strömen, gehören schon seit einigen Jahren der Vergangenheit an. Grund hierfür sind Rußpartikelfilter. Bis zu 90% der Rußpartikel entfernt man durch diese Filter im Auspuff aus den Abgasen. Alles, was Sie über Rußfilter wissen sollten, wie Sie den Filter selbst reinigen können und was ein Austausch kostet, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

 

Wie funktioniert ein Rußpartikelfilter?

Die in modernen Fahrzeugen mit Dieselmotor eingebauten Partikelfilter sind fast immer Wandstromfilter. Poröse Wände im Filter leiten die Abgase des Motors bei diesen Filtern. Die Filterwände bestehen entweder aus Keramik oder aus Metall. Durch molekulare Anziehungskräfte zwischen Filtermaterial und Partikel bleiben die Rußpartikel an den Wänden haften und werden so aus dem Abgas entfernt. Mit der Zeit wächst dadurch ein sogenannter Filterkuchen aus Ruß im Filter. Diesen Filterkuchen muss man regelmäßig abbrennen, damit der Filter wieder frei wird. Das Freibrennen des Filters geschieht bei Temperaturen von mehr als 550 Grad Celsius. Dabei entstehen Wasser und CO2. Im Filter zurück bleibt nur eine kleine Menge Asche, die man nicht verbrennen kann.

 

Was kostet den Rußpartikelfilter reinigen in einer Werkstatt?

In einer Werkstatt kostet das Partikelfilter reinigen etwa 350 bis 500 Euro je nach Fahrzeug und Filter. In einer Werkstatt kann man einen Rußpartikelfilter mechanisch, thermisch oder chemisch reinigen. Vorsicht ist geboten, wenn die Werkstatt den Filter öffnet, um ihn besser reinigen zu können. Das Aufschneiden des Filters ist eine Bauartveränderung. Dadurch erlischt die Zulassung. Bei der nächsten Hauptuntersuchung kann es dann passieren, dass Ihr Fahrzeug die Prüfung nicht besteht.

 

Wie regeneriert sich ein Dieselpartikelfilter?

Je nachdem, welcher Partikelfilter in einem Fahrzeug eingebaut ist, regeneriert sich der Filter entweder aktiv oder passiv. Passive Regeneration bedeutet, dass der Filter, sobald die dafür erforderliche Abgastemperatur erreicht wird, freigebrannt wird. Dies geschieht unabhängig davon, ob eine Regeneration erforderlich ist oder nicht. Wenn Sie viel auf der Autobahn fahren, ist dies beispielsweise regelmäßig der Fall.

Aktive Regeneration bedeutet, dass das Motormanagement Änderungen beispielsweise am Zeitpunkt der Einspritzung des Kraftstoffs vornimmt, sodass die erforderliche Abgastemperatur von rund 600 Grad Celsius erreicht wird, um den Dieselpartikelfilter zu reinigen. Eine aktive Regeneration wird immer nur dann eingeleitet, wenn eine Regeneration tatsächlich erforderlich ist.

Bei einigen Fahrzeugen wird auch ein Additiv für den Kraftstoff für die aktive Reinigung verwendet. Dieses Additiv befindet sich in einem separaten Tank und wird bei Bedarf den Kraftstoff in geringen Mengen beigemischt. Dadurch entsteht jedoch laut ADAC mehr Asche und der Filter verstopft schneller.

 

Wann ist ein Rußpartikelfilter voll?

Ein Rußpartikelfilter ist voll, wenn er mit zu viel Asche beladen ist. Bei der Regeneration entsteht immer ein wenig Asche, die nicht verbrannt werden kann und sich im Partikelfilter sammelt. Befindet sich zu viel Asche im Filter, werden die Abgase nicht mehr ordnungsgemäß gereinigt und der Filter muss ausgetauscht werden. Bei modernen Partikelfiltern merken Sie als Fahrer davon praktisch nichts. Erst bei der Inspektion kann man feststellen, ob der Aschegehalt im Filter zu hoch ist und man den Filter tauschen muss.

 

Wie kann ich selber den Partikelfilter reinigen?

© motointegrator.de / Rußpartikelfilter JMJ 1079

Sie können den Partikelfilter Ihres Fahrzeugs relativ leicht selbst reinigen. Wenn die Kontrollleuchte für den Filter aufleuchtet, sollten Sie eine so genannte Regenerationsfahrt durchführen. Bei der Regenerationsfahrt halten Sie ein vom Hersteller des Fahrzeugs vorgegebenes Fahrprofil ein. Wie Sie bei Ihrem Fahrzeug genau eine Regenerationsfahrt durchführen müssen, steht im Handbuch.

Bei den meisten Fahrzeugen müssen sie eine bestimmte Zeit mit einer Mindestdrehzahl fahren. Beispielsweise 15 bis 20 Minuten bei hoher Last auf der Autobahn. Dadurch erreicht man die für das Verbrennen des Rußes erforderliche Temperatur von mindestens 550 Grad, sodass man den Filter freibrennt. Im Handel werden auch spezielle Reinigungsmittel für Partikelfilter angeboten. Die Handhabung dieser Mittel jedoch noch nur für erfahrene Schrauber empfehlenswert. Wenn der Filter ganz verstopft ist, sollten Sie den Partikelfilter in einer Fachwerkstatt reinigen lassen.

 

Wie oft muss man Rußpartikelfilter wechseln?

Bei älteren Fahrzeugen nachgerüstete Rußpartikelfilter muss man laut Herstellerangaben nach einer bestimmten Laufleistung tauschen. Oft ist dies nach 120.000 bis 180.000 km erforderlich. Der Wechsel ist unabhängig davon, ob der Filter noch in Ordnung ist oder nicht. Spätestens jedoch, wenn man den Rußpartikelfilter nicht wieder regenerieren kann, ist ein Austausch erforderlich. Bei moderneren Fahrzeugen ist ein Austausch des Rußpartikelfilters abhängig von der Beladung mit Asche. Wie viel Asche sich im Partikelfilter befindet, kann man in einer Fachwerkstatt im Rahmen der Infektion feststellen. Rußpartikelfilter kosten je nach Fahrzeug zwischen 1.000 und gut 2.000 Euro.

 

Was passiert wenn der Partikelfilter verstopft ist?

Mit einer zunehmenden Verstopfung des Partikelfilters steigt der Abgasgegendruck und die Motorleistung fällt ab. Das Fahrzeug beschleunigt langsamer und der Kraftstoffverbrauch steigt. Durch einen verstopften Partikelfilter kann der Motor unter Umständen auch während der Fahrt ausgehen. Da die Abgase nicht mehr ungehindert durch den Partikelfilter strömen können, erhitzt sich der Motor während der Fahrt stärker als üblich. Dadurch kann sich das Motoröl soweit verflüssigen, dass dies einen Einfluss auf die Schmierung und Kühlung des Motors hat. Schäden am Turbolader und am Motor selbst sind mögliche Folgen. Schaltet der Motor aufgrund einer zunehmenden Verstopfung des Partikelfilters in den Notlauf-Betrieb, ist eine Regeneration oder gegebenenfalls ein Austausch des Partikelfilters in einer Werkstatt erforderlich.

 

Kann ein Partikelfilter kaputtgehen?

Partikelfilter können aufgrund verschiedener Ursachen kaputtgehen. Unvermeidbar ist, dass sich mit der Zeit zu viel Asche im Filter ansammelt, die man nicht weiter verbrennen kann und den Filter verstopft. Eine weitere mögliche Ursache für einen Defekt des Partikelfilters ist Überhitzung. Grund hierfür kann ein Defekt der Einspritzanlage sein. Wenn man zu viel Kraftstoff einspritzt, gelangt der überschüssige Kraftstoff in den Auspuff. Durch die hohen Verbrennungstemperaturen kann man den Filter zerstören. Das gleich kann durch Chiptuning geschehen. Wenn man die eingespritzte Kraftstoffmenge durch das Tuning deutlich erhöht, ohne dass man den Kraftstoff tatsächlich vom Motor verbrennt kann, führt dies ebenfalls zu einer Überhitzung und in der Folge zu einem Totalschaden des Partikelfilters.

Einen Rußpartikelfilter kann man auch mechanisch beschädigen. Beispielsweise durch das Aufsetzen des Filters. Auch starke Vibrationen können den Partikelfilter beschädigen. Durch starke Vibrationen kann sich der Keramikkörper des Filters lösen und mit der Zeit auseinanderbrechen, sodass der Filter seine Funktion nicht mehr erfüllen kann. In all diesen Fällen ist ein Austausch des alten Filters gegen einen neuen erforderlich.

 

Wie finde ich heraus, ob mein Auto einen Partikelfilter hat?

Wenn Ihr Fahrzeug nach dem 1. September 2009 erstmals zugelassen wurde, dann ist es mit einem Rußpartikelfilter ausgerüstet. Alle in der EU ab diesem Datum neu zugelassenen Diesel-PKWs musste man mit einem Partikelfilter ausrüsten. Wenn bei älteren Fahrzeugen ein Rußpartikelfilter nachgerüstet wurde, finden Sie in der Regel einen Eintrag im Kfz-Schein (heute Zulassungsbescheinigung). Die Halter ältere Fahrzeuge haben den Partikelfilter eintragen lassen, um von einer Ermäßigung der Kfz-Steuer zu profitieren.