Nockenwellenversteller defekt: Symptome, Reparatur und Kosten einfach erklärt

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Nockenwellenversteller
© GettyImages / Evgenii Palitsyn

Die flexible Nockenwellenverstellung hat viele Vorteile. Beispielsweise eine optimierte Motorleistung, ein besseres Ansprechverhalten des Motors und bessere Abgaswerte. Ist das Bauteil defekt, gehen nicht nur diese Vorteile verloren. Zugleich besteht die Gefahr eines Motorschadens. In diesem Beitrag erfahren Sie, an welchen Symptomen Sie einen kaputten Nockenwellenversteller erkennen, welche Folgen er haben kann, wie die Reparatur abläuft und ob das Weiterfahren bei einem Defekt möglich ist.

Funktion des Nockenwellenverstellers

Die primäre Aufgabe der Nockenwelle besteht darin, die Ein- und Auslassventile genau in dem Moment zu öffnen und zu schließen, wenn es für den Verbrennungsvorgang erforderlich ist. Ein reibungsloser Ablauf ist entscheidend, um sicherzustellen, dass der Motor effizient arbeitet. Wenn die Nockenwelle kaputt ist, kann es zu einer Reihe von Symptomen kommen, einschließlich auffälliger Geräusche aus dem Motorraum.

In modernen Fahrzeugen kommen häufig Nockenwellenversteller zum Einsatz. Diese haben dieselbe Funktion, ermöglichen aber eine variable Ventilsteuerung. Die Öffnungs- und Schließzeiten der Ein- und Auslassventile können durch den Nockenwellenversteller individuell gesteuert werden, indem das Steuerventil für die Nockenwellenverstellung geprüft und angepasst wird. Dabei bezieht das Bauteil verschiedene Parameter des Motors ein, etwa die Leistung oder die Drehzahl.

Die Verwendung eines funktionierenden Nockenwellenverstellers bietet folgende Vorteile:

  • Bessere Motorleistung durch eine optimierte Kraftentfaltung: Wenn der Nockenwellenversteller nicht richtig funktioniert, kann dies zu einem Leistungsabfall führen.
  • Geringerer Kraftstoffverbrauch: Ein defekter Nockenwellenversteller kann den Kraftstoffverbrauch erhöhen, da der Motor nicht mehr in seinem optimalen Betriebszustand arbeitet.
  • Bessere Abgaswerte: Die Nockenwellenverstellung trägt zur Verringerung schädlicher Emissionen bei.
  • Sauberer Motorleerlauf: Bei einem defekten Nockenwellenversteller kann der Motor unrund laufen.
  • Optimiertes Ansprechverhalten des Motors: Das Fahrzeug reagiert schneller und präziser auf Gasbefehle.
  • Weniger Verschleiß des Motors durch eine optimierte Kühlung: Ein korrekt funktionierender Nockenwellenversteller kann die Lebensdauer des Motors verlängern.

Bei einem Defekt des Nockenwellenverstellers können Reparaturkosten entstehen, die variieren können. Es ist ratsam, sich bei Verdacht eines Defekts frühzeitig an einen Fachmann zu wenden, um potenziell höhere Reparaturkosten zu vermeiden.

Nockenwellenversteller defekt: Symptome im Überblick

Wenn der Nockenwellenversteller nicht richtig funktioniert, kann dies zu mehreren Problemen führen, die sich in Form von spezifischen Symptomen äußern. Ein defektes Steuerventil der Nockenwellenverstellung kann beispielsweise zu einer inkonsistenten Motorleistung führen. Hier sind einige der häufigsten Anzeichen, die darauf hinweisen können, dass der Nockenwellenversteller defekt ist:

  • Beim Starten des Motors, insbesondere im kalten Zustand, ist ein kurzes Rasseln oder andere Geräusche aus dem Motorraum des Fahrzeugs zu hören.
  • Die Motorkontrollleuchte leuchtet auf.
  • Ein ungewöhnlicher Kraftstoffgeruch wird wahrgenommen, was auf eine ineffiziente Verbrennung hindeuten kann.
  • Erhöhter Kraftstoffverbrauch.
  • Das Fahrzeug zeigt im niedrigen Drehzahlbereich Leistungseinbußen.
  • Der Motorlauf ist unruhig, läuft unrund oder schaltet sogar in den Notlauf.
  • Zündaussetzer treten auf, was die Motorleistung weiter beeinträchtigt.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome zwar auf einen defekten Nockenwellenversteller hinweisen können, jedoch auch Anzeichen für andere Probleme sein können. Die Diagnose eines defekten Nockenwellenverstellers ist oft kompliziert, da er sich nicht immer im Fehlerspeicher zeigt.

Um hohe Reparaturkosten zu vermeiden, ist es ratsam, bei ersten Anzeichen in die Werkstatt zu gehen und gegebenenfalls das Steuerventil der Nockenwellenverstellung zu prüfen. Viele Fachleute empfehlen, den Nockenwellenversteller nach einer bestimmten Laufleistung vorbeugend auszutauschen, um potenzielle Defekte und damit verbundene Probleme zu vermeiden.

Folgen eines defekten Nockenwellenverstellers: Weiterfahrt möglich?

Mit einem defekten Nockenwellenversteller ist Ihr Auto immer noch fahrtüchtig. Sie können auch noch kürzere Strecken zurücklegen. Am besten fahren Sie aber auf direktem Weg zur Werkstatt. Der Grund dafür ist einfach: Ist der Nockenwellenversteller mechanisch defekt, könnten sich kleine Teile der Komponente lösen. Diese können in den Ölkreislauf gelangen und hier irreparable Schäden verursachen. Die größere Gefahr besteht allerdings an den Ventilen: Fahren Sie dauerhaft mit einem defekten Nockenwellenversteller weiter, könnten diese verbrennen. Ein teurer Motorschaden wäre die Folge.

Abgesehen von solch schweren Folgen wirkt sich der defekte Nockenwellenversteller auch direkter aus. Etwa durch die unerwünschte Verschmutzung der Ölkammern. Außerdem kann es zu thermischen Problemen kommen, was eine Überhitzung des Motors zur Folge hat.

Nockenwellenversteller wechseln: Ablauf und Kosten

Der Nockenwellenversteller wird nicht repariert, sondern als komplettes Bauteil ausgetauscht. Das hört sich einfach an, ist es aber leider nicht. Oft müssen erst einige Komponenten ausgebaut werden, ehe der Fachmann die Nockenwelle überhaupt erreicht. Insbesondere der Zahnriemen oder je nach Bauweise die Steuerkette müssen demontiert werden. Dann kann die Werkstatt den Nockenwellenversteller ausbauen und durch ein Ersatzteil austauschen.

In diesem Zuge werden häufig der Zahnriemen oder die Steuerkette routinemäßig mitgetauscht. Dies ist ohnehin in gewissen Intervallen erforderlich. Da das Bauteil bei der Reparatur des Nockenwellenverstellers sowieso demontiert werden muss, kann es ohne Mehraufwand mit ausgetauscht werden.

Die Kosten für einen neuen Nockenwellenversteller variieren in einer großen Spannbreite zwischen 100 und 400 Euro. Hinzu kommen gegebenenfalls weitere Materialkosten für zusätzlich ausgetauschte Komponenten, wie etwa den Zahnriemen, das Stirnrad der Nockenwelle oder den Keilriemen. Für den zeitlichen Aufwand sollten Sie wenigstens mit sechs Stunden Arbeitszeit rechnen. Bei einem Stundensatz von 100 Euro liegen die Arbeitskosten also bei mindestens 600 Euro. Planen Sie am besten Gesamtkosten von etwa 700 bis 1.000 Euro ein, je nach Bauweise des Autos auch mehr.

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