Lufterfrischer – gut für die Nase, schlecht für die Gesundheit?

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Lufterfrischer
© Shutterstock / kostasgr

Lufterfrischer und Duftbäume für das Fahrzeug

Lufterfrischer sollen für einen angenehmen Geruch im Fahrzeug sorgen. Bereits seit vielen Jahren gibt es sie in allen möglichen Farben und Formen. Man verwendet sie im Auto, um unangenehme Gerüche zu übertünchen, die vom Fahrzeugpolster oder vom Tabakqualm herrühren. Bereits seit den fünfziger Jahren baumeln Duftbäume & Co. am Innenspiegel vieler Fahrzeuge auf der ganzen Welt, oder andere Arten von Lufterfrischern zieren die Lüftungsöffnungen an der Fahrzeugheizung. Zu den beliebtesten Geruchsnoten in Deutschland zählen Grüner Apfel, Kirsche oder Vanille. Die wenigsten Menschen machen sich allerdings Gedanken darüber, was in den beliebten Lufterfrischern drin ist und ob nicht im schlimmsten Falle sogar eine Gefahr für die eigene Gesundheit besteht. Dabei sind einige Lufterfrischer und Duftbäume durchaus mit Vorsicht zu genießen.

Wie funktionieren die Lufterfrischer eigentlich?

Duftbäume und Lufterfrischer sind Einwegprodukte. Der klassische Duftbaum besteht aus einem saugfähigen und filzähnlichen Karton. Damit die Düfte zunächst im Duftbaum bleiben, verpackt man diesen in einer Hülle aus Kunststoff und verkauft. Die Duftbäume werden zunächst nur zu einem kleinen Teil aus der Hülle herausgezogen und an einer gewünschten Stelle im Fahrzeug aufgehangen. Nach und nach wird die Kunststoffhülle immer mehr vom Baum entfernt, so dass der Baum seinen Geruch im Fahrzeug verteilen kann. Ähnlich funktionieren auch andere Arten von Lufterfrischern, beispielsweise solche, die an den Lüftungsschlitzen der Fahrzeugheizung angebracht werden. Auch diese Exemplare geben einen künstlichen Geruch ab, der von im Lufterfrischer enthaltenen Duftstoffen stammt.

Lufterfrischer
© Shutterstock / AXL

Konzentrierte Gerüche können gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen

Die hochkonzentrierten Geruchsstoffe können bei den Fahrzeuginsassen zu gesundheitlichen Schwierigkeiten führen. Im einfachsten Falle treten Kopfschmerzen auf. Allerdings ist in einigen Fällen mit erhöhtem Blutdruck, Schleimhautreizungen, Allergien oder sogar Asthma zu rechnen. Experten warnen sogar vor vereinzelt auftretenden Stoffen, die im schlimmsten Falle Krebs erzeugen können. Einige Lufterfrischer erhalten auch so genannte Weichmacher, die zumindest im Verdacht stehen, gesundheitsschädliche Auswirkungen zu haben. Insbesondere warnt man Raucher, im Fahrzeug Duftbäume oder sonstige Arten von Lufterfrischern einzusetzen, sofern sie im Auto rauchen. Durch die Verbindung der Chemikalien in den Duftbäumen mit Feinstaubpartikeln aus der Luft und den Inhaltsstoffen im Zigarettenrauch kann es zu verstärkten Ablagerungen in der Lunge kommen, die sehr gesundheitsschädlich sind.

Weniger bedenkliche Lufterfrischer und mögliche Alternativen zu Duftbäumen

Um die Gefahr einer gesundheitlichen Beeinträchtigung möglichst gering zu halten, sollte man beim Kauf auf bekannte Prüfsiegel achten. Ebenso ist vom Benutzer auf die Zusammensetzung der in den Produkten enthalten Duftstoffe zu achten. Natürliche Inhaltsstoffe und stärkere Anteile an natürlichen Essenzen sind deutliche Hinweise auf eine geringere gesundheitliche Belastung durch die Lufterfrischer. Alternativ zu chemischen Produkten können Duftsäckchen eingesetzt werden, die mit aromatisierten und natürlichen Duftstoffen gefüllt sind und ohne gesundheitliche Bedenken eingesetzt werden können. Im einfachsten Falle können Schalen von Äpfeln oder Orangen im Auto einen angenehmen und wuchtigen Duft verbreiten, der alles andere als aufdringlich wirkt. Diese natürlichen Geruchsstoffe belasten den menschlichen Organismus sicherlich nicht. Es kann auch nicht schaden, den Fahrzeuginnenraum häufiger einmal zu lüften, statt die im Fahrzeug stehende Luft nur mit künstlichen und schweren Düften zu überlagern. Denn Duftbäume & Co. machen im Prinzip nichts anderes, als unangenehme Gerüche zu übertünchen.