Kleines Reifen-ABC : Was Sie über die Pneus wissen sollten

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Vor bei nur wenigen Kfz-Bauteilen müssen so viele Normen und Kennzeichnung beachtet werden, wie bei Reifen. Unser kleines Reifen-ABC macht die Abkürzung für Sie verständlich.

Der Kauf von Autoreifen scheint ein schwieriges Unterfangen zu sein: Neben der Frage, ob der Reifen saisonal gewechselt werden soll oder stattdessen Ganzjahresreifen die bessere Wahl darstellen, müssen auch eine Reihe von Spezifikationen beachtet werden. Was bedeutet welche Autoreifen-Kennzeichnung?

Die Größe

Wenn Sie auf der Suche nach neuer Bereifung für Ihren Kleinwagen sind könnten Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I möglicherweise folgende Angabe finden: 155/75 R13 – einer ganz gewöhnlichen konventionellen Beschreibung der Reifengröße. Die erste Ziffer, in diesem Fall 155, beschreibt die Breite des Reifens in Millimetern. Hinter dem/findet sich die Angabe über die Höhe der Reifenflanke, die sich allerdings auf einen prozentualen Anteil der Bereiche bezieht. In unserem Beispiel bedeutet dies, dass die Flankenhöhe 75 % der Reifenbreite entspricht. Das „R“ steht für eine radiale Reifenbauweise; wobei Diagonalreifen als Pendant heute fast ausgestorben ist. Die 13 kennzeichnet den Durchmesser der Felge in Zoll.

Der Last-Index

Hinter der Angabe über die Reifendimensionierung findet sich eine zwei- oder dreistellige Zahl, die die maximale Belastbarkeit angibt. Aus der Zahl lässt sich der konkrete Wert nicht ableiten; eine „82“ entspricht beispielsweise 472 kg bei einem Reifeninnendruck von 2,5 bar. Sofern der Reifendruck reduziert wird, vermindert sich auch die Tragfähigkeit.

Der GSYSpeed-Index

Mit der Angabe der maximalen Belastbarkeit sind noch nicht alle Angaben über den Reifen getroffen worden. Hinter der befindet sich noch ein Buchstabe, der die zulässige Spitzengeschwindigkeit angibt. Der Buchstabe „T“ bedeutet beispielsweise, dass 190 Meter/h das erlaubte Maximum darstellen. Üblicherweise werden Sommerreifen so gewählt, dass die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des PKW berücksichtigt wird. Winterreifen kann es durchaus dazu kommen, dass der PKW nicht voll ausgefahren werden kann. Häufig finden Sie dann entsprechende Hinweise im Cockpit.

M+S-Reifen und Apine-Symbol

Seit einigen Jahren sind in Deutschland Winterreifen vorgeschrieben, wenn mit einer glatten Fahrbahn zu rechnen ist. Der Gesetzgeber gibt sich bisher mit sogenannten „M+S“ („Matsch und Schnee“)-Kennzeichnung zufrieden. Zwar sind Winterreifen mit diesem nicht geschützten Symbol ausgestattet, dasselbe gilt allerdings auch für grob drollige Geländereifen, wie sie auf einigen SUV montiert werden – ohne dass es sich um spezielle Winterreifen mit entsprechend weicher Gummimischung handelt. Künftig dürfte das normierte Alpine-Symbol, deutlich erkennbar als Schneeflocke, vorgeschrieben werden. Hier müssen bestimmte Hafteigenschaften bei niedrigen Temperaturen erfüllt werden, damit das Zertifikat angebracht werden kann.

DOT-Nummer

Die so genannte DOT-Nummer („Department of Transportation“) kennzeichnet das Produktionsdatum des Reifens. Dabei geben die ersten beiden Ziffern die Kalenderwoche, die letzten beiden Ziffern das Kalenderjahr an. Beim Kauf von Reifen sollten Sie darauf achten, dass die Pneus nicht bereits zu alt sind. Ein Reifenalter von einem Jahr sollte beim Verkauf nicht überschritten werden. Hinsichtlich des Höchstalters existieren keine gesetzlichen Regelungen, je nach Witterungseinflüssen können allerdings bereits ab einem Alter von sechs Jahren Alterungsrisse auftreten.

S-Kennzeichnung

Mit der sogenannten „S-Kennzeichnung“ („Sound“) nach EU-Richtlinie ECE-R 117 wird dokumentiert, dass bestimmte Grenzwerte bei der Geräuschentwicklung in Abhängigkeit von der Reifenbreite eingehalten werden. Seit Oktober 2009 müssen die Reifen eine solche Kennzeichnung aufweisen.

Runderneuerte Reifen

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Häufig werden besonders preiswert sogenannte runderneuerte Reifen angeboten. Dabei werden verschlissene, aber unbeschädigte Reifen verwendet, die eine neue Profilfläche erhalten – ähnlich wie Schuhe, die neue Sohlen erhalten. Prinzipiell sind solche Reifen in sämtlichen Dimensionen erhältlich; für höhere Geschwindigkeitbereiche stehen runderneuerte Reifen allerdings meist nicht zur Verfügung. Hinsichtlich der Garantien werden runderneuerte Reifen wie Neureifen behandelt. Die Ersparnis gegenüber dem fabrikneuen Reifen vergleichbarer Spezifikationen liegt bei etwa 20-30 %.

Verschleißanzeige

An den Reifenflanken findet sich die Markierung „TWI“ („Treadwear Indicator“). An diesen Markierungen sind auf der Lauffläche kleine Erhöhung angebracht, die ein Erreichen der gesetzlichen Verschleißgrenze von 1,6 mm kennzeichnen. Vor allem Winterreifen sollten allerdings deutlich früher erneuert werden.