Flüssigkeiten und Öle im Fahrzeug auswechseln: Tipps & Tricks für’s Frühjahr

0
83
Motor-Öle und Flüssigkeiten ©Sergey Ryzhov/Shutterstock

Das Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt, um sämtliche Öle und Flüssigkeiten im Auto zu überprüfen und gegebenenfalls auszuwechseln. Worauf es dabei im Einzelnen ankommt, erfahren Sie hier.

© Georgi Roshkov / Shutterstock

Warum ist eine regelmäßige Kontrolle so wichtig?

Neben dem Benzin oder Diesel sind es die verschiedenen Motorflüssigkeiten, die gewährleisten, dass das Auto reibungslos funktioniert. Umso wichtiger ist es daher, in regelmäßigen Abständen Kontrollen durchzuführen – so auch zu Frühlingsbeginn. Dabei gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht! Nur dann, wenn sämtliche Werte im Normbereich sind, ist eine reibungslose und vor allem sichere Fahrt gewährleistet.

Das Motoröl checken

Den Ölstand Ihres Fahrzeugs prüfen Sie am besten immer dann, wenn der Motor kürzlich lief und nun seit circa einer Stunde wieder ausgeschaltet ist. So hat das Öl ausreichend Zeit, um sich in der Ölwanne zu sammeln, und das Messergebnis wird nicht verfälscht. Achten Sie außerdem darauf, dass das Auto während des Messvorgangs auf einer ebenen Fläche steht. Ziehen Sie den Ölmessstab heraus, wischen Sie ihn sauber und schieben Sie ihn anschließend vollständig in den Motorblock zurück. Danach wieder herausziehen und den Ölstand ablesen.

Liegt der Ölstand unterhalb der Minimum-Markierung, müssen Sie Öl nachfüllen. Halten Sie für diesen Fall immer einen Liter Motoröl auf Vorrat und benutzen Sie zum Einfüllen einen Trichter. Danach den Motor starten, kurz laufen lassen und den Ölstand erneut kontrollieren. Sollten Sie zu viel Öl nachgefüllt haben, erkundigen Sie sich in einer Werkstatt, ob eventuell etwas Öl abgelassen werden muss.

Des Weiteren gilt: Achten Sie auch auf die Farbe des Öls. Sauberes Motoröl ist klar und leicht golden, während verbrauchtes Öl eine schwarze oder bräunliche Verfärbung aufweist. Dennoch muss dunkles Öl nicht sofort ausgewechselt werden. Statt nach der Farbe sollten Sie sich eher nach der vergangenen Zeit und nach den gelaufenen Kilometern richten. In der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs finden Sie Hinweise darauf, in welchen Intervallen ein Ölwechsel vorgenommen werden muss. Dies ist durchschnittlich alle sechs Monate der Fall – auch dann, wenn das Auto nur wenig gefahren wird, denn mit der Zeit verliert das Öl an Effektivität. Wer sehr viel fährt, muss hingegen häufiger einen Ölwechsel durchführen.

Ist das Motoröl milchig oder schaumig, wurde es womöglich durch Kühlflüssigkeit verunreinigt. Der ADAC empfiehlt, in diesem Fall sicherheitshalber eine Werkstatt aufzusuchen. Gleiches gilt, wenn Sie einen Ölverlust an Ihrem Fahrzeug bemerken oder sich Öl auf der Außenseite des Motors befindet.

Kühlflüssigkeiten checken ©AleksOrel/Shutterstock

Die Kühlflüssigkeit überprüfen

Die Kühlflüssigkeit hat die Aufgabe, den laufenden Motor zu kühlen. Die Flüssigkeit wird dabei ebenfalls heiß und das gesamte Kühlsystem gerät unter Druck, weshalb Sie den Kühlwasserstand niemals bei heißem Motor prüfen sollten. Der Kühlwasserbehälter befindet sich vorne im Motorraum, in der Nähe des Kühlers, und ist leicht transparent. In der Regel genügt es daher, hin und wieder einen kurzen Blick auf den Behälter zu werfen – bei einigen Fahrzeugen befindet sich jedoch ein Messstab im Deckel. Bei einer Motortemperatur von etwa 20 Grad Celsius sollte sich der Wasserstand zwischen Minimum- und Maximum-Markierung befinden. Ist zu wenig Kühlflüssigkeit vorhanden, füllen Sie etwas nach, doch Vorsicht:

Viele moderne Fahrzeuge werden nicht mit Wasser befüllt, sondern mit einer speziellen Frostschutzmittel-Mischung, von denen einige in einem bestimmten Verhältnis mit Wasser gemischt werden müssen. Stellen Sie also sicher, dass Sie die richtige Flüssigkeit benutzen und werfen Sie einen genauen Blick auf das Etikett.

Ausreichend Brems- und Kupplungsflüssigkeit vorhanden?

Bremsflüssigkeit ©NWStock/Shutterstock

Unter der Motorhaube befindet sich ein halbtransparenter Plastikbehälter, der mit der Aufschrift ‚Bremsflüssigkeit‘ gekennzeichnet ist. Eventuell müssen Sie ein wenig an Ihrem Fahrzeug wackeln, um den Flüssigkeitsstand ablesen zu können. Liegt der Stand zwischen den beiden Markierungen, ist alles in Ordnung. Verfügt Ihr Auto über zu wenig Bremsflüssigkeit, deutet dies auf verschlissene Bremsbeläge hin. In der Regel normalisiert sich der Stand nach dem Austausch der Bremsbeläge von selbst – ein Nachfüllen ist also nicht immer erforderlich. Grundsätzlich sollten Sie jedoch immer einen Experten um Rat fragen, wenn die Bremsflüssigkeit nicht im Normbereich liegt, denn ein Leck im Bremssystem kann lebensgefährlich werden.

Schaltwagen verfügen zusätzlich zur Bremsflüssigkeit über Kupplungsflüssigkeit. Auch hier sollte der Stand zwischen den beiden Markierungen liegen. Ist der Flüssigkeitsstand zu niedrig, müssen Sie eine Werkstatt aufsuchen, denn Kupplungsflüssigkeit kann nur vom Fachmann aufgefüllt werden.

Den Stand des Getriebeöls überprüfen

Überprüfen Sie das Getriebe Ihres Fahrzeugs stets bei laufendem Motor – also bei Betriebstemperatur. Das Getriebe sollte sich dabei im Leerlauf befinden (bei Automatikwagen: Parkstellung wählen). Die Messung erfolgt ähnlich wie beim Motoröl über einen Ölmessstab. In der Regel muss das Getriebeöl jedoch nur selten gewechselt werden: Die Intervalle liegen bei neueren Autos bei rund 150.000 Kilometern. Tauschen Sie das Getriebeöl jedoch immer dann gegen neues aus, wenn das alte braun, schwarz oder verbrannt aussieht.

©Robert Przybysz/Shutterstock

Servolenkungsöl/Hydrauliköl checken und auffüllen

Das Hydrauliköl befindet sich in einem kleinen, entsprechend gekennzeichneten Plastikbehälter, ähnlich wie die Bremsflüssigkeit. Die Überprüfung erfolgt entweder über einen in den Deckel integrierten Messstab oder ganz einfach über einen Blick auf die Markierung am Vorratsbehälter. Als Faustregel gilt: Minimale Flüssigkeitsverluste über einen längeren Zeitraum sind auch in geschlossenen Systemen normal. Nur größere Verluste weisen auf einen Defekt hin und sind immer ein Grund, die Werkstatt aufzusuchen. Sie können das Hydrauliköl eigenhändig nachfüllen – achten Sie jedoch darauf, dass Sie ein für Ihr Fahrzeug geeignetes Öl verwenden. Bei vielen neueren Fahrzeugen können Sie sich eine Überprüfung des Hydrauliköls ganz sparen: Sie sind mit einem elektronischen Servosystem ausgestattet, das ganz ohne Reservoir auskommt.