Der Unterbodenschutz – aktiv gegen Rost und Verschleiß

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Unterbodenschutz ©Poul Carlsen/Shutterstock

Unterbodenschutz ist nicht nur im Winter ein wichtiges Thema. Über Methoden, Kosten und alle wichtige Arbeitsschritte um den Unterboden zu versiegeln und das Stahlblech resistent gegenüber Rost zu machen sollte jeder Autofahrer informiert sein.

©Vehicle character coffee/Shutterstock

Der Unterboden wird gern vernachlässigt wenn es um die Rostschutzpflege eines Fahrzeugs geht. Das ist nachvollziehbar, denn den Unterboden sehen Sie für gewöhnlich nicht wenn Sie Ihr Auto benutzen. Die schöne, glänzende Karosserie haben Sie hingegen immer vor Augen, ihr Lack wird gehegt, gepflegt und poliert, damit kein matter Fleck den Anblick stört oder dem heißgeliebten Hobby auf vier Rädern schadet.

Doch vor allem im Winter, wenn Nässe und Streusalz dem Fahrzeug zu schaffen machen, muss das Augenmerk auch auf den Unterbodenschutz gelegt werden. Der Unterboden kommt nämlich als erstes mit schädlichen Umwelteinflüssen in Kontakt, auch wenn Sie das nicht sehen.

Bewusst wird Ihnen als Fahrzeughalter das oft erst dann, wenn Ihr Fahrzeug auf die Hebebühne muss, weil vielleicht der TÜV ansteht oder Reifen gewechselt werden müssen. Dann kommt der vernachlässigte Unterboden zum Vorschein und im schlimmsten Fall gibt es keine neue TÜV-Plakette, da tragende Teile am Unterboden zu sehr in Mitleidenschaft gezogen sind, als dass ihr Fahrzeug noch sicher zu nennen wäre.

Den Unterboden zu versiegeln mit einer neuen Schutzschicht hilft dies zu verhindern.

 

Unterbodenschutz entfernen

 

Schritt eins eines vernünftigen Unterbodenschutzes besteht darin, den alten Schutz abzutragen. Der Unterbodenschutz besteht aus einem Mittel aus Bitumen, welches pastenartig auf das Blech unter Ihrem Fahrzeug aufgetragen ist. Der Grund weshalb überhaupt ein Schutzmittel aufgetragen werden muss, ist der, dass der Unterboden aus Stahlblech mit einem hohen Eisenanteil besteht. Eisen neigt bekanntlich zur Korrosion, vor allem dann, wenn es dauerhaft Nässe und Sauerstoff ausgesetzt ist.

Fahrzeuge werden heute ab Werk mit einem mehrere Jahre haltenden Unterbodenschutz versehen, doch auch dieser muss irgendwann erneuert werden. Der Unterboden ist vor allem bei älteren Autos oder Oldtimern eine gefürchtete Schwachstelle.

Ist der alte Schutz beschädigt und unwirksam, muss er abgetragen werden. Würden Sie über die alte Schutzschicht einfach eine neue anbringen, so hätten Sie damit nichts gewonnen. Hat der alte Bitumenanstrich am Unterbodenblech Risse und Löcher, so kann hier bereits Flüssigkeit eingedrungen sein, die mit einer neuen Schicht lediglich eingeschlossen werden würde. Die Folge wäre eine Katastrophe, denn trotz des neuen Schutzes für den Unterboden würde das eingeschlossene Wasser für eine stetig fortschreitende Rostbildung sorgen.

Die alte Paste muss also runter vom Stahlblech, ehe eine neue aufgetragen werden kann. Es reicht aus, die Bitumenpaste nur an den Stellen zu entfernen, an denen sie beschädigt ist. In der Mitte des Unterbodenblechs bestehen meist keine Beschädigungen, Rissen oder poröse Stellen. Betroffen sind meist die selbsttragenden Schweller und die Radhäuser. Je großflächiger man den Unterboden entrosten und erneuern muss, desto kostspieliger wird die Angelegenheit. Um Kosten zu sparen hilft es, bereits bei kleinen undichten Stellen zu handeln, damit der Rostfraß sich nicht ausdehnen kann. Im Normalfall liegen die Unterbodenschutz Kosten bei 200 bis 300 Euro.

Unterbodenschutz entfernen – verschiedene Verfahren

 

Drei Möglichkeiten stehen zur Verfügung, wenn der alte Schutz runter muss. Das manuelle Verfahren mit Bürste und Spachtel ist mühselig und zeitaufwendig und daher nur bei losen Stellen zu empfehlen, die recht offensichtlich sind.

Abflämmen ist eine weitere Möglichkeit, wenngleich auch keine ungefährliche. Durch das Feuer und die Funken kann sich das Auto selbst oder Gegenstände in der Umgebung schnell entzünden.

Eine sichere Methode ist das Abstrahlen, bei dem entweder abrasiv oder nicht-abrasiv vorgegangen wird. Beim abrasiven Verfahren wird ein Granulat – beispielsweise aus Sand, Backpulver oder Nussschalen – per Druckluft beschleunigt und auf den alten Unterbodenschutz aufgestrahlt, so dass dieser entfernt wird. Die abrasive Methode ist günstig und gründlich, jedoch auch schmutzintensiv und es können bei falscher Anwendung Schäden am Unterblech entstehen.

Bei der nicht-abrasiven Methode werden beispielsweise Trockeneispellets eingesetzt, die zwar auch auf den Unterboden geschleudert werden, die jedoch beim Auftreffen zerplatzen und die alte Schutzschicht abreißen und nahezu keinen Schmutz hinterlassen. Auch Wasserstrahlen, die unter Hochdruck auf das Blech treffen, haben einen solchen Effekt. Die nicht-abrasive Methode ist sauber, ungefährlich für das Blech, jedoch auch teuer, so dass Sie mehr Budget für die Unterbodenschutz Kosten einplanen müssen. Zwischen 500 und 1000 EUR liegt der Preis für die nicht-abrasive Variante.

Den alten Unterbodenschutz zu entfernen ist also keine leichte Aufgabe, im Anschluss an das Verfahren gilt es den Unterboden zu entrosten.

 

Unterbodenschutz ©Poul Carlsen/Shutterstock

Rost entfernen und den Unterboden für einen neuen Schutz vorbereiten

 

Bevor Sie einen neuen Unterbodenschutz auftragen lassen können, stehen noch einige weitere Schritte an. Sollte bereits eine Rostbildung unter der alten Schutzschicht entstanden sein, so muss diese abgetragen werden, denn Rost frisst sich unbehandelt immer weiter in das Stahlblech hinein.

Den Unterboden zu entrosten ist eine einfache Sache, wenn dazu ein Rostumwandler eingesetzt wird. Er macht aus dem Rost einen Schmierfilm, der mit einem Lappen entfernt werden kann. Ein Winkelschleifer ist ebenso effektiv, nur besteht die Gefahr, dass Sie zu viel Material abschleifen und dabei auch nicht verrostetes Stahlblech entfernen. Zu wenig Rost wird mit Bürste und Spachtel entfernt, so können Sie zwar die Oberfläche von Korrosion befreien, nicht jedoch betroffene tiefere Schichten des Blechs.

Die Unterbodenschutz Kosten steigen natürlich auch mit der Notwendigkeit der Entrostung und es gilt auch hier wieder, je größer der Rostbefall, desto größer der Aufwand und die Reparaturkosten. Vor allem dann, wenn bereits richtige Rostlöcher entstanden sind, die zugeschweißt werden müssen.

Ist der Rost weg, so muss – am besten mit Silikonreiniger – das Unterbodenblech entfettet werden. Der Silikonreiniger wird nach dem Auftragen und der Einwirkzeit wieder abgewischt und ab jetzt heißt es Finger weg vom Unterbodenblech, damit keine neuen Fette oder Verunreinigungen an den sauberen und fettfreien Unterboden kommen.

Alle beweglichen oder heißen Teile dürfen nicht mit Silikonreiniger in Berührung kommen, also kleben Sie die Lenkmechanik und den Auspuff am besten vorher ab, um Brandgefahren und eine beeinträchtige Funktionalität aufgrund des Silikonreinigers zu vermeiden.

Ihr Fahrzeug ist nun bereit und Sie können einen neuen Unterbodenschutz auftragen.

 

Einen Unterbodenschutz auftragen und versiegeln

Wurde der alte Schutz komplett entfernt, so ist eine Sprühgrundierung wichtig, um den blanken Unterboden zu versiegeln und ihn für die neue Schutzschicht vorzubereiten.

Ebenso wie die Sprühgrundierung ist auch der neue Schutz praktischerweise in einer Sprühflasche erhältlich und macht den Unterboden zu versiegeln zum Kinderspiel. Zirka 0,5 Millimeter sollte die neue Schicht dick sein und sie benötigt 4 Stunden Zeit zu trocknen. Eine dickere Schicht Unterbodenschutz auftragen hilft übrigens auch nicht mehr oder hält länger. Die abgeklebten Fahrzeugteile können im Anschluss von Folie oder Papier befreit werden. Sichtbare Teile der Schweller können neu lackiert werden, sollte die Rostentfernung und die Versiegelung dies notwendig gemacht haben.