Das Auto wurde falsch betankt – Gefahren und notwendige Maßnahmen

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Durch das Betanken des Fahrzeugs mit falschem Kraftstoff und das anschließende Weiterfahren können gravierende Motorschäden entstehen. Doch was ist zu tun und wie sollten Sie am besten reagieren, wenn Sie aus Versehen falschem Kraftstoff getankt haben?

Dieselfahrzeuge sind wesentlich häufiger betroffen als Benziner

Die Wahrscheinlichkeit des falschen Betankens ist bei einem Dieselfahrzeug wesentlich höher als bei einem Benziner. Dies hängt mit dem Durchmesser der Diesel-Zapfpistole zusammen, der etwas größer ist als der einer Zapfpistole für Benzinkraftstoff. Die Diesel-Zapfpistole lässt sich nur bei wenigen Fahrzeugen mit Benzinmotor in den Tankstutzen einführen. Beispiele für solche Fahrzeuge sind Citroen C1 und C4, Mitsubishi Colt, Peugeot 107, Skoda Octavia oder VW Golf V. Bei diesen Fahrzeugen ist es grundsätzlich möglich, einen Benzintank irrtümlich mit Dieselkraftstoff zu befüllen.

Auch die Verwendung von Benzinkanistern ist ein Sicherheitsrisiko

Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn Sie häufiger Benzinkanister verwenden. Falls Sie sich nicht sicher sind, welchen Kraftstoff der Kanister beinhaltet, verwenden Sie lieber einen neuen Kanister und befüllen diesen mit dem richtigen Kraftstoff, bevor Sie Ihr Fahrzeug betanken. Sinnvoll ist es auch, den Kanister klar zu beschriften.

Benzin statt Diesel und Diesel statt Benzin: Was ist gefährlicher?

Die meisten Fahrzeuge lassen sich nach der Falschbetankung zunächst starten, da sich noch genug richtiger Treibstoff in den Kraftstoffleitungen befindet. Allerdings unterscheiden sich Benzin-  und Dieselmotoren grundlegend voneinander. Beim Benzinmotor bzw. Ottomotor wird der Kraftstoff mithilfe von Zündkerzen entzündet, während bei einem Dieselmotor alleine der hohe Druck im Zylinder (die Kompression) für die Selbstzündung des Dieselkraftstoffs sorgt. Demnach wird der Benzinmotor wahrscheinlich viel früher streiken, da die Entzündung des Kraftstoffs durch die Zündkerzen nicht funktioniert. Dieselkraftstoff hat nämlich einen wesentlich höheren Flammpunkt als Benzin. Der Motor wird also absterben, und schwerwiegende Motorschäden entstehen in vielen Fällen erst gar nicht. Etwas anders sieht dies jedoch aus, wurde ein Dieselfahrzeug versehentlich mit Superbenzin betankt. Der starke Kompressionsdruck im Dieselmotor ermöglicht es, auch Benzinkraftstoff zu entzünden, sodass der Motor noch eine ganze Weile laufen kann. Allerdings erfolgt die Entzündung des Kraftstoffs wesentlich früher, als dies beim Dieselkraftstoff der Fall ist. Dies ist äußerst schädlich für den Motor und er beginnt zu stottern oder zu klopfen. Auch die Einspritzanlage für den Dieselmotor wird schnell Schaden nehmen, da Dieselkraftstoff bessere Schmiereigenschaften hat als Benzin. Häufig entstehen bereits nach kurzer Zeit schwerwiegende Motorschäden oder Schäden an der Einspritzanlage, durch die kostspielige Reparaturen notwendig werden.

Was ist bei einer falschen Betankung zu tun?

© Mut Hardman / Shutterstock
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Auf jeden Fall sollte das Fahrzeug nicht weitergefahren werden, um Motorschäden oder Schäden an der Einspritzanlage zu vermeiden. Das Absaugen des falschen Kraftstoffs mit dem Mund und einem Schlauch ist nicht empfehlenswert. Zu groß ist die Gefahr, dass Kraftstoff verschluckt wird und dadurch eine große Gefahr für die Gesundheit entsteht. Eine bessere Alternative stellt die Verwendung einer speziellen Absaugpumpe für Kraftstoff dar, die es für den Handbetrieb oder in elektrischer Ausführung gibt. Allerdings gibt es einige Sicherheitsregeln zu beachten. So sollte für eine gute Belüftung gesorgt sein. Außerdem muss ein ausreichend großer Auffangbehälter verwendet werden. Dass kein offenes Feuer oder Rauchen in der Nähe erlaubt ist, dürfte selbstverständlich sein. Allerdings ist das Abpumpen des falschen Kraftstoffs unterwegs ohnehin meist nicht machbar. In den meisten Fällen muss das Fahrzeug abgeschleppt und das falsche Benzin in einer Werkstatt abgepumpt werden, bevor neuer Kraftstoff eingefüllt wird. Bei einigen Fahrzeugen ist es sogar erforderlich, den Tank auszubauen, um den Kraftstoff zu entfernen.