Das Auto im Winter: Prüfen Sie die Betriebsmittel regelmäßig

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Kühlflüssigkeiten im Winter ausfüllen ©The Motion Arts /Shutterstock

Je länger und kälter der Winter ist, umso schneller kommt es zu Problemen am Auto. Wir zeigen Ihnen, welche Flüssigkeiten und Öle Sie in jedem Fall regelmäßig überprüfen sollten.

Der Winter ist der Feind des Autofahrers

Grundsätzlich gilt es im Auto regelmäßig die verschiedenen Flüssigkeiten und Öle zu prüfen, um einen reibungslosen Betrieb des Fahrzeugs sicherzustellen. Allerdings werden in den Wintermonaten die Probleme durch Fehler viel schneller bemerkbar. Denn hier kann es durch eine fehlende Kontrolle oder durch nicht ausreichende Füllmengen besonders schnell zur Problemen kommen. Im schlimmsten Fall kann durch eine solche Haltung der Motor des Fahrzeuges sogar nachhaltig beschädigt werden. Aus diesem Grund gilt es sowohl vor dem Winter als auch während des Winters die verschiedenen Öle und Flüssigkeiten im Motorraum zu kontrollieren und gegebenenfalls zu ergänzen.

Das Motoröl – regelmäßige Kontrolle ist notwendig

Motoröl auffüllen © George Dolgikh/Shutterstock

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass neue Fahrzeuge nur noch in sehr geringem Maße Öl verlieren und somit sehr gut über den Winter gebracht werden können. Doch besonders bei älteren Fahrzeugen kann der Ölverlust auf Dauer durchaus zu einem Problem werden. Machen Sie es sich im Winter zur Angewohnheit, mindestens ein Mal pro Monat den Ölstand zu kontrollieren. Dies sollte am besten im kalten Zustand geschehen. Zumindest bei den meisten Modellen. Am einfachsten lässt sich der Ölstand also am Morgen vor der ersten Fahrt kontrollieren. Wenn dies nicht möglich ist, sollte das Fahrzeug mindestens zehn Minuten mit abgeschaltetem Motor stehen, ehe Sie den Ölstand kontrollieren.

Sollten Sie einen Ölverlust beim Motoröl bemerken, so gilt es diesen auszugleichen. Gehen Sie dabei nicht pi mal Auge vor, sondern nutzen Sie die vom Hersteller vorgenommenen Angaben. Diese können in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs gefunden werden.

Wichtig: Viel hilft viel ist kein Prinzip, welches Sie bei Motoröl anwenden sollten. Denn der Betrieb eines zu stark mit Öl befüllten Motors kann sehr schnell zu teuren Schäden an der Motordichtung führen. Achten Sie aus diesem Grund darauf, den Motor streng nach Vorschrift zu befüllen.

Das Getriebeöl im Winter: Das ist wichtig

Getriebeöl auffüllen ©jeab05/Shutterstock

Nicht nur der Motor, sondern auch das Getriebe muss für einen reibungslosen Lauf geölt werden. Bei einem Fahrzeug mit Handschaltung ist es allerdings nicht notwendig, das Öl zu prüfen oder nachzufüllen. Es wird in der Regel nur nach einer Reparatur am Getriebe gewechselt.

Fahrzeuge mit Automatikgetriebe hingegen verfügen über einen eigenen Ölmessstab für das Getriebeöl. In den meisten Fällen ist dieser Messstab mit der Farbe Rot gekennzeichnet. In der Betriebsanleitung ist die genaue Position des Messstabs einfach zu finden. Grundsätzlich gilt allerdings:

– Verfügt Ihr Fahrzeug über einen Heckantrieb, sollte der Messstab in den meisten Fällen auf der Beifahrerseite des Motorraums zu finden sein. Er liegt häufig nahe an der Rückseite des Motors.

– Verfügt Ihr Fahrzeug über einen Frontantrieb, liegt der Messstab häufig auf der Fahrerseite direkt am Getriebe.

Verfügt Ihr Fahrzeug, wie einige andere Fahrzeuge auch, über keinen eigenen Messstab, sollten Sie das Getriebeöl in einer Fachwerkstatt überprüfen lassen.

Prüfen Sie mindestens vor dem Winter einmal den Stand des Getriebeöls. Ist zu wenig Öl vorhanden, können Sie dieses problemlos nachfüllen. Verwenden Sie ausschließlich das vom Hersteller angegebene Öl für Ihr Getriebe. Zudem sollten Sie das Getriebeöl nur in kleiner Dosierung nachfüllen und immer wieder den Ölstand kontrollieren. Denn Nachfüllen lässt sich das Öl sehr einfach, einen Überschuss aus dem Getriebe zu bekommen ist äußerst schwierig.

Wichtig: Weißt das Öl eine dunkle Farbe auf oder riecht es verbrannt oder verkohlt, haben Sie ein Problem im Getriebe. In diesem Fall sollten Sie sofort eine Fachwerkstatt aufsuchen und das Fahrzeug nicht weiter in Betrieb nehmen.

Schmierstoffe im Winter richtig lagern

Sie sollten im Optimalfall also sowohl Motoröl als auch Getriebeöl vorrätig halten, damit Sie diese Schmierstoffe bei Bedarf nachfüllen können. Grundsätzlich kein Problem, allerdings sollten Sie bei der Lagerung einige Faktoren bedenken.  Damit diese Schmierstoffe dauerhaft ihre volle Leistung erhalten, sollten diese nach Möglichkeit frostfrei und bei gleichbleibenden Temperaturen gelagert werden. Der eigene Keller eignet sich häufig deutlich besser als die eigene Garage. Dafür gibt es auch einen guten Grund: Denn bei starken Temperaturschwankungen in Kombination mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, welche im Winter häufig vorherrscht, wird über die Atmung der Verpackung Flüssigkeit an die Schmierstoffe übertragen. Denn die Flaschen sind zwar für Flüssigkeiten an sich nicht zu durchdringen, Flüssigkeiten tragende Gase können allerdings diese Membran überwinden. Aus diesem Grund sollten Sie die Öle immer in einer gleichbleibend temperierten Umgebung aufbewahren.

Kühlflüssigkeiten im Winter prüfen

Kühlflüssigkeiten im Winter ©Poring/Shutterstock

Das Kühlwasser spielt bei jedem Auto eine wichtige Rolle. Allerdings bedenken viele Autobesitzer nicht, dass auch das Kühlwasser im Winter geschützt werden sollte. Zum einen sollten Sie vor Beginn des Winters die Menge an Kühlflüssigkeit in jedem Fall überprüfen. Fehlende Kühlflüssigkeiten sind allerdings bei einem geschlossenen System nicht normal. Sie sollten auf jeden Fall prüfen oder prüfen lassen, an welcher Stelle Ihre Kühlung ein Leck aufweisen könnte.

Doch viel wichtiger bei den Kühlflüssigkeiten ist der Kühlerfrostschutz. Dieses Mittel verhindert, dass Ihr Kühlwasser in den besonders kalten Monaten einfriert und somit im schlimmsten Fall die Leitungen und Teile des Kühlers sprengt. Das Mittel besteht hierbei aus Glysantin, welches einfach nachgefüllt werden kann. Doch hierzu müssen Sie bestimmen, bis zu welcher Temperatur Ihr Kühlwasser überhaupt geschützt ist.

Ein Kühler-Frostschutz-Prüfgerät ist für wenige Euro erhältlich, kann aber auch an den meisten Tankstellen einfach ausgeliehen werden.

Das Fahrzeug sollte kalt sein.

Ziehen Sie ein wenig des Kühlwassers in das Gerät hinein.

Sie können an einer Spindel oder Skala ablesen, bis zu welcher Temperatur das Fahrzeug geschützt ist.

Es ist in jedem Fall zu empfehlen, so viel Frostschutz einzufüllen, dass die Kühlflüssigkeiten bis zu Temperaturen von -30 Grad Celsius geschützt sind. Dies ist auch der Standard bei den meisten Werkstätten.

Wichtig: Denken Sie nach der Überprüfung und dem gegebenenfalls erfolgten Nachfüllen daran, dass Sie den Deckel des Kühlwasserbehälters wieder fest und sicher verschließen. Wird dieser nicht ordnungsgemäß verschlossen, kann es schnell zu einem Verlust von Kühlwasser und somit zu Problemen am Motor kommen.

Weitere Flüssigkeiten im Auto: Mit Sicherheit durch den Winter

Neben den Kühlflüssigkeiten gibt es im Motorraum eine weitere Flüssigkeit, welche ebenfalls geschützt werden sollte. Denn auch das Wasser der Scheibenwaschanlage sollte über einen ausreichenden Frostschutz verfügen, um im Winter nicht einzufrieren. Nutzen Sie hierfür bitte nicht das Kühlerfrostschutzmittel, sondern ein separates Frostschutzmittel für genau diesen Einsatzbereich.

Sie können das Mittel entweder als Konzentrat oder bereits vollständig und einsatzbereit gemischt erwerben. Günstiger ist in der Regel das Konzentrat. Mischen Sie zudem am besten nicht den Winter-Scheibenfrostschutz mit Reinigungsmitteln für den Sommerbetrieb. Machen Sie einfach vor dem Winter den Tank mit dem Scheibenwischwasser einmal leer und füllen Sie diesen nach Herstellerangaben mit dem neuen Frostschutz auf. So kommen Sie mit sauberen Scheiben sicher durch den Winter.