Bremsscheiben richtig pflegen – Selber austauschen – Sicher bremsen

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Wichtige Bremsscheiben: Worauf sollte man beim Tausch achten?

Der Wechsel der Bremsscheiben steht nur selten an, kann in der Fachwerkstatt aber teuer werden. Mit einigen Hinweisen kann man den Tausch schnell selbst erledigen.

Die Bremsen gehören zweifelsfrei zu den wichtigsten Bauteilen des Fahrzeugs. Moderne Scheibenbremsanlagen gewährleisten üblicherweise über die gesamte Lebensdauer der Scheiben und Beläge eine hohe Bremswirkung. Sogenanntes Fading, das Nachlassen der Bremskraft bei hoher Belastung, spielt – anders als bei der Trommelbremse – kaum eine Rolle. Zudem muss bei der Scheibenbremse keinerlei Einstellung vorgenommen werden.

Flugrost auf den Bremsscheiben unproblematisch

Problematisch kann hingegen dauerhafte Feuchtigkeit sein: Bremsscheiben sind konstruktionsbedingt nicht aus rostfreiem Stahl gefertigt. Scheiben aus Edelstahl würde zwar nicht korrodieren, könnten allerdings reißen. So kann sich schon nach wenigen Tagen Flugrost bilden, was in der Regel allerdings vollkommen unproblematisch ist. Schon bei leichten Bremsungen wird der Rost durch die Bremsbeläge entfernt. Schwierigkeiten kann die Korrosion nur bei sehr geringer Nutzung bereiten: Starker Rost sorgt für sehr raue Bremsscheiben und einen undefinierbaren Bremspunkt. Insgesamt lässt sich die Bremskraft schlechter dosieren. Weil der Rost auch die Festigkeit des Stahls verringert, kann der TÜV bei einer anstehenden Hauptuntersuchung auch die Vergabe einer neuen Plakette verweigern. Eine wirklich Abhilfe gibt es nicht, regelmäßiges Fahren schützt die Bremsscheibe am wirkungsvollsten. Man muss die Bremsscheibe austauschen, wenn die vom Hersteller angegebene Mindestdicke erreicht ist. Mithilfe von zwei Münzen und einem Messschieber lässt sich die Dicke bestimmen. Die Münzen gleichen den Rand der Bremsscheibe aus, der nicht mit verschleißt und das Messergebnis verfälschen würde. Auch starke Riefen mahnen zum Austausch der Scheibe.

Worauf muss man beim Wechsel achten?

Der Wechsel der Bremsscheiben ist durchaus in Eigenregie zu schaffen. Dabei sollte der Wechsel immer beidseitig erfolgen, damit die Bremswirkung ebenso gleichmäßig ausfällt. Zunächst muss man die Radmuttern lösen, danach bockt man das Fahrzeug auf. Idealerweise steht dafür eine Hebebühne zur Verfügung. Wichtig ist hierbei allerdings, dass man das Auto vor dem Wegrollen sichern. Nach dem Anheben des Wagens schraubt man die angelösten Radmuttern komplett heraus.

© motointegrator.de / Bremsscheibe, 1 Stück BREMBO 09.A148.10
© motointegrator.de / Bremsscheibe, 1 Stück BREMBO 09.A148.10

Wurde das Rad entfernt, wird die Staubschutzkappe vom Bremssattel abgehoben, was mit einem einfachen Schraubendreher gelingt. Danach muss man die Kolben mit dem Schraubendreher zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag leicht zurückdrücken. Der Bremssattel wird üblicherweise von zwei Schrauben mit Innensechskant gehalten, die nun herausgedreht werden. Danach lässt sich der Bremssattel einfach entnehmen. Die Bremsbeläge werden dabei nur zwei Bolzen gehalten, die entweder geschraubt oder mit einer Klammer geklemmt sind. Nach dem Entfernen der Bolzen kann man die Beläge aus dem Träger entfernen. Die Verschleißanzeige kann man dabei einfach mit der Zange entfernen. Unabhängig vom Zustand der alten Beläge sollte hier ein Austausch erfolgen. Ein Blick auf die Altteile lohnt trotzdem: Der innere Belag sollte etwas schneller verschleißen; eine stark unterschiedliche Abnutzung ist allerdings kritisch zu bewerten. Üblicherweise deutet dies auf festsitzende Bremskolben hin.

Der Bremssattel hängt nun nur noch an der Bremsleitung, der diese Belastung allerdings nicht zugemutet werden sollte. Besser: Den Sattel mit einem Kabelbinder oder einem Stück Draht befestigen. Die Bremsscheibe ist üblicherweise noch mit einer Befestigungsschraube an der Radnabe befestigt; obligatorisch ist dies aber nicht. Möglicherweise ist die Scheibe etwas festgerostet und lässt sich nur mit einigen Hammerschlägen lösen; danach sollte der Tausch aber kein Problem sein.