Bremsen brauchen immer Aufmerksamkeit!

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Bremsscheiben Bremsbeläge
© Shutterstock / Iaroslav Neliubov

Funktionierende Bremsen sind fast schon ein Synonym für Sicherheit im Straßenverkehr. In unserem Ratgeber zum Thema Bremsbelag-Wechsel erfahren Sie alles, was Sie über Lebensdauer, Verschleißanzeichen und das Erneuern der Bremsbeläge beim Auto wissen müssen.

Welche Lebensdauer haben Bremsbeläge beim Auto?

Bremsbeläge – und zum Teil auch die Bremsscheiben – sind Verschleißteile, so viel ist klar. Wie lange sie tatsächlich halten, ist allerdings eine viel schwerer zu beantwortende Frage.

Eine festgelegte Laufleistung, nach der die Bremsen abgenutzt sind und ausgetauscht werden müssen, gibt es nicht. Der Bremsenverschleiß liegt viel mehr am Fahrzeugtyp und vor allem an der eigenen Fahrweise. Man kann Bremsen durch eine entsprechende Fahrweise durchaus stark beanspruchen. Sie nutzen sich dann deutlich schneller ab, als bei vorausschauendem Fahrstil. Die Haltbarkeit eines Bremsbelags kann sich dann auch schon einmal auf lediglich 30.000 km verringern.

Neben dem eigenen Fahrstil haben auch die Umgebungsbedingungen einen beträchtlichen Einfluss auf die Lebensdauer der Bremsen. Wer in bergigen Gegenden wohnt und häufig über Steigungen fährt, wird definitiv mit einem höheren Bremsenverschleiß rechnen müssen. Auch im Stadtverkehr ist die Abnutzung der Bremsen deutlich höher als bei langen Überlandfahrten.

Unter optimalen Bedingungen und bei entsprechend ruhigem Fahrstil können Bremsbeläge auch schon einmal über 100.000 km halten.

Bremsscheibe und Beläge Reparatur
© Shutterstock / NONGASIMO

Woran erkennt man Bremsenverschleiß?

 

Sich auf eine fühlbare Verringerung der Bremswirkung oder auf das Wahrnehmen entsprechender Geräusche zu verlassen, ist eine sehr gefährliche Strategie.

Viele Fahrzeugmodelle haben eingebaute Verschleißanzeigen in den Bremsscheiben, die eine Abnutzung der Beläge erkennen und entsprechend warnen – entweder durch eindeutige Geräusche beim Bremsen, die ein Metallstift an der Bremsscheibe verursacht oder durch eine Warnleuchte am Armaturenbrett und einen Signalton. Das ist aber gewissermaßen die allerletzte Warnung, soweit sollte man es möglichst nicht kommen lassen. Zumal stark heruntergefahrene Beläge auch Schäden an der Bremsscheibe verursachen können – was das Erneuern der Bremsbeläge dann am Ende empfindlich verteuern kann.

 

Es gibt auch andere deutliche Verschleißanzeichen, auf die Sie achten sollten:

 

-reibende oder schleifende Geräusche auch im Fahrbetrieb (ohne Bremsen)

-Schleifgeräusche beim Bremsen

-leichtes zur Seite ziehen des Fahrzeugs beim Bremsen

-leichtes Rütteln des Lenkrads beim Bremsen

-Rüttelbewegungen des Bremspedals beim Bremsen

-ständig niedriger Stand der Bremsflüssigkeit

-subjektiv gefühlter Verlust der Bremswirkung und gefühlte Verlängerung des Bremswegs

Nicht immer muss bei diesen Anzeichen auch tatsächlich eine Abnutzung der Bremsbeläge vorliegen, die einzelnen Zeichen können jeweils auch andere Ursachen haben. Die Beschreibung aller sont noch in Frage kommenden Ursachen würde aber diesen Ratgeber zum Thema Bremsbelag-Wechsel aber sprengen.

Die oben genannten Zeichen sind allerdings auf jeden Fall Warnsignale, bei denen man immer auch die Bremsen prüfen oder prüfen lassen sollte.

Wer nur wenig fährt, für den genügen die Service-Intervalle, um bei dieser Gelegenheit vom Fachmann auch einen Blick auf die Bremsen werfen zu lassen – in den meisten guten Werkstätten ist das ohnehin Standard.

Vielfahrer mit hoher Kilometerleistung sollten aber eher noch einen oder zwei Überprüfungsstops dazwischenschieben, um sicherzugehen, dass keine erhöhte Abnutzung vorliegt. Das kann man gegebenenfalls auch mit einem kurzen Besuch beim ARBÖ oder ÖAMTC erledigen.

Eine gute Gelegenheit dafür ist auch jeweils der Reifenwechsel im Sommer und Winter – die Autofahrerclubs führen für ihre Mitglieder nicht nur den Radwechsel durch, sondern checken bei dieser Gelegenheit auch immer Bremsen und wenn nötig auch die Achsgeometrie. Fehler bei der Achsgeometrie können im Übrigen auch die Ursache für ungleichmäßig arbeitende Bremsen und erhöhten Bremsenverschleiß an einzelnen Stellen sein.

Wann immer Sie aber das Gefühl haben, dass Ihre Bremsen möglicherweise nicht richtig „ziehen“ oder das Bremsverhalten ungleichmäßig ist, sollten Sie ohne großen Zeitverlust einen Fachmann einen kurzen Blick darauf werfen lassen. Sicher ist sicher. Mit hohen Kosten müssen Sie bei einem Bremsencheck nie rechnen, bei den Automobilclubs wird das auch schon mal kostenlos erledigt.

Rechtzeitig Bremsbeläge wechseln erhält die Scheiben

 

Wer seine Bremsbeläge gewohnheitsmäßig immer „bis zum Anschlag“ herunterfährt, riskiert nicht nur seine Sicherheit sondern immer auch Schäden an der Bremsscheibe. Zwar kann man kleine Beschädigungen durch ein Abdrehen der Bremsscheibe noch beheben, das macht aber heute kaum noch jemand. Sind Schäden sichtbar, wird die Bremsscheibe getauscht. Das kostet dann eine neue Bremsscheibe (oder gegebenenfalls vier neue Bremsscheiben) und damit deutlich mehr als ein Belagwechsel. Bei den meisten Fahrzeugtypen kann man davon ausgehen, dass es mit einem Wechsel der Bremsscheiben zwei- bis dreimal so teuer wird. Das ist Geld, das man sich getrost sparen kann, wenn man einfach nur rechtzeitig zum Wechseln fährt.

Bremsscheibe Reparatur
© Shutterstock / CC7

Noch ein Tipp: Bremsflüssigkeit nicht nachfüllen

 

Je mehr die Bremsbeläge verschleißen, desto mehr sinkt auch der Flüssigkeitsstand im Bremsflüssigkeitsbehälter. Nachfüllen sollten Sie aber möglichst nur dann, wenn tatsächlich der Minimalstand erreicht ist. Dann muss natürlich nachgefüllt werden, um die Funktion der Bremsen zu gewährleisten. Bei allen höheren Ständen sollten Sie das Nachfüllen aber unterlassen.

Der Grund dafür ist einfach: Wenn Sie die Bremsbeläge wechseln lassen, stellt der Mechaniker in der Werkstatt alle Bremskolben auf Anfang. Haben Sie zuvor Bremsflüssigkeit nachgefüllt, läuft der Behälter dann unter Umständen über. Das kann man dem Mechaniker gerne ersparen – die meisten schätzen das nicht besonders.

Wenn Sie bei einem routinemäßigen Blick in den Motorraum feststellen, dass Sie immer wieder Bremsflüssigkeit verlieren oder der Flüssigkeitsstand schneller sinkt als ein normaler Verschleiß der Bremsbeläge vermuten lässt, sollten Sie auf jeden Fall umgehend eine Werkstatt aufsuchen.

 

Bremsscheibe schützen: Rost wegbremsen

 

Den Belägen tut es natürlich gut, wenn man immer nur ganz sanft auf die Bremse tritt und bei vorausschauender Fahrweise schon lange vorher heruntergeschaltet hat, um nicht stark bremsen zu müssen. Den Bremsscheiben tut das dagegen aber gar nicht gut: Sie brauchen gelegentlich einen kräftigen Tritt aufs Pedal, damit der Flugrost und Schmutz, die sich angesetzt haben, komplett heruntergeschliffen werden. Das verlängert die Lebensdauer der Bremsscheibe durchaus merkbar – und Sie können einen nötigen Austausch vermeiden oder hinausschieben. Das gilt besonders für Fahrzeuge, die im Freien abgestellt werden und häufig Regen oder Nässe ausgesetzt sind.

Gelegentlich einmal richtig kräftig aufs Pedal zu treten (vergewissern Sie sich auf freier Strecke, dass Sie keinen Hintermann haben) ist durchaus zu empfehlen, besonders nach längeren Standzeiten im Freien oder bei Nässe.

 

Bremsbeläge wechseln – kann man das auch selber?

 

Zuallererst: die Bremsen sind das wichtigste und sicherheitsrelevanteste Teil beim Auto. Unsachgemäße und mit lediglich Halbwissen ausgeführte Reparaturen an einem so wichtigen Teil beim Fahrzeug verbieten sich von selbst. Wer nicht ganz genau weiß, was er tut, sollte auf keinen Fall Hand an die Bremsen legen und lieber vom Fachmann die Bremsbeläge erneuern lassen.

Bei modernen Fahrzeugen ist der Wechsel der Bremsbeläge oft auch schon so kompliziert geworden, dass man ohnehin schon viel solides Fachwissen braucht, um die Arbeiten überhaupt durchführen zu können. Man muss auch wirklich sicherstellen können, dass man auf keinen Fall Luft in die Bremsanlage bekommt – die verhindert nämlich eine ausreichende Bremswirkung von vornherein und bei vielen Automarken ist ein nachträgliches, sauberes Entlüften der Bremsanlage durchaus ein Aufwand, auch für den Mechaniker.

Es spricht aber natürlich nichts dagegen, die zu wechselnden Bremsbeläge und die Bremsflüssigkeit selbst kostengünstig zu besorgen und damit in die freie Werkstatt seines Vertrauens zu gehen. Damit lässt sich gegenüber Originalbelägen durchaus einiges an Geld sparen, ohne dass die Qualität der Beläge in irgendeiner Form schlechter wäre. Die Kostenunterschiede zwischen Originalbelägen und Nachbauten sind zum Teil beträchtlich.

Die Kosten und Kostenunterschiede im Einzelnen hängen dabei von zahlreichen Faktoren ab – das wäre zu umfangreich um in diesem Ratgeber zum Thema Bremsbelag-Wechsel im Detail und theoretisch darauf einzugehen. Schauen Sie einfach in unseren Shop.

 

Die richtigen Bremsbeläge finden

Bremsbeläge
© Shutterstock / cunaplus

Die Auswahl der richtigen Bremsbeläge, gerade wenn man online bestellt, kann allerdings durchaus schwierig werden. Angaben wie „Bremsbeläge für Ford Focus“ genügen hier nicht – von jedem Modell gibt es zahlreiche Ausführungen mit zum Teil sehr unterschiedlicher Technik.

Die richtigen Beläge findet man nur, wenn man statt „Bremsbeläge für Ford Focus“ auch die tatsächliche Typenkennzeichnung weiß. Die findet sich im Typenschein des Fahrzeugs. Auch Motornummer oder Fahrgestellnummer führen oft zum Ziel.

Bestellt man Teile in Deutschland, wird dort allerdings zumeist die Typklasse und die Typschlüsselnummer gefordert. Diese Angaben, in Deutschland HSN und TSN genannt, werden zusammen auch KBA-Nummer (KBA = Kraftfahrtbundesamt) genannt, da sie vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt vergeben werden.

Deutsche finden diese Nummern meist ohne große Schwierigkeiten auf ihrem Zulassungsschein. Die Typschlüsselnummer (TSN) setzt sich dabei zusammen aus: der dreistelligen Schlüsselnummer für den Typ, gefolgt von einer fünfstelligen Schlüsselnummer für die jeweilige Typvariante und Version. Die Herstellerschlüsselnummer (HSN) ist separat angegeben.

Diese Nummern sind in österreichischen Typenscheinen und Zulassungsscheinen jedoch nicht angegeben – wer in Deutschland Bremsbeläge bestellen möchte, muss sich diese Nummern erst einmal besorgen. Das kann durchaus Schwierigkeiten machen, da man ein völlig baugleiches, in Deutschland zugelassenes Fahrzeug finden muss, dessen HSN- und TSN-Nummer man dann in Erfahrung bringt. Dabei besteht immer noch das Risiko, dass der Fahrzeughersteller möglicherweise leicht unterschiedliche Versionen in beide Länder vorgesehen hat und es deshalb Unterschiede gibt. Bei Bremsbelägen sollte das aber nur in den seltensten Fällen eine Rolle spielen. Gegebenenfalls kann man auch beim Hersteller nachfragen.

Für Bestellungen bei österreichischen Online-Shops oder für Österreich vorgesehenen Online-Shops reichen aber meist die Motornummer und/oder die Fahrgestellnummer (VIN) aus, um einen Fahrzeugtyp genau zu beschreiben. Gegebenenfalls kann man dort ein Fahrzeug auch anhand einer Liste mit bestimmten vorgegebenen Merkmalen (z. B. Aufbauart, Leistung, Motortyp) exakt auswählen. Diese Angaben findet man immer auch im österreichischen Typenschein.

In unserem Onlineshop finden Sie hochwertige Bremsbeläge für VW, Opel, BMW und alle anderen gängigen Marken. Wenn Sie Bremsbeläge für VW, Opel oder für irgendein anderes Fahrzeug suchen, können Sie dabei auch die Angaben aus dem österreichischen Typenschein eingeben, um die richtigen Beläge zu finden.

Beherzigen Sie auf jeden Fall unsere Sicherheitstipps aus diesem Ratgeber zum Thema Bremsbelag-Wechsel – so schonen Sie Ihre Bremsen und Ihr Reparaturbudget und sind immer auf der sicheren Seite. Wir wünschen gute Fahrt!

Bremsanlage