Winterreifen selbst aufziehen – Zeit und Geld sparen ohne Mühe

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Kann man Winterreifen selbst aufziehen?

Wenn Ihr PKW sicher steht, können Sie am ersten Rad die Radbolzen mit dem Schlüssel lösen, aber nicht herausdrehen. Erst wenn alle Radbolzen eines Rades gelockert sind, kann das Fahrzeug mit dem Wagenheber angehoben werden. Wo sich der Ansatzpunkt für den Wagenheber befindet, zum Beispiel, um das linke Vorderrad anzuheben, ist in der Bedienungsanleitung beschrieben. Heben Sie das Fahrzeug nur so weit an, bis das Rad ein paar Zentimeter über dem Boden schwebt. Jetzt können Sie alle Radbolzen herausdrehen und das Rad von der Nabe abnehmen.

Markieren Sie die Einbauposition des Rades auf der Flanke mit Kreide. Zum Beispiel mit „VL“ für „Vorne Links“. Die Markierung ist wichtig, da viele Pkw-Reifen nur in einer bestimmten Laufrichtung montiert und gefahren werden dürfen. Setzen Sie anschließend das Rad für den Winter auf die Nabe und schrauben Sie die Bolzen nacheinander von Hand ins Gewinde. Reicht die Kraft nicht mehr aus, benutzen Sie den Schlüssel und schrauben Sie die Bolzen weiter fest, bis das Rad gleichmäßig aufliegt und nicht mehr wackelt, wenn Sie daran rütteln. Anschließend senken Sie das Fahrzeug langsam wieder ab und ziehen die Radbolzen fest.

Wenn die Winterreifen auf Alu-Felgen montiert sind, benötigen Sie zum Festziehen der Radbolzen zwingend einen Drehmomentschlüssel. Die Bolzen von Alu-Felgen dürfen nur mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Drehmoment festgezogen werden. Zu viel Kraft beim Festziehen und ein ungleichmäßiges Festziehen führen schnell zu einer Beschädigung der Felge.

Was bringen Winterreifen wirklich?

Die Aufnahme aller drei Kriterien zur Beurteilung ist durchaus sinnvoll, denn es handelt sich um konkurrierende Eigenschaften: Würden die Reifenhersteller eine härtere Gummimischung verwenden, würde sich der Verbrauch verringern – die Haftung allerdings auch. Dabei liegt im weichen Material der größte Unterschied zum Sommerreifen. Winterreifen sind nicht nur bei Eis und Schnee im Vorteil, sondern bereits bei niedrigen Temperaturen. Schon ab +7 °C lassen sich kürzere Bremswege als mit Sommerreifen erzielen. Bei Schnee bringen die Winterreifen zudem den Vorteil mit, dass das Profil mit einem größeren Negativanteil ausgeführt ist. Dafür muss die Profiltiefe höher ausfallen als bei Sommerreifen. Zwar schreibt der Gesetzgeber generell nur eine Mindesttiefe von 1,6 mm vor; tatsächlich verschlechtern sich die Eigenschaften von Winterreifen aber bereits unterhalb von 4 mm. Spätestens bei 3 mm sollte ein Austausch erfolgen. Haben Sie keinen Messschieber zur Hand, um die Profiltiefe exakt zu bestimmten, genügt eine Zwei-Euro-Münze: Deren Rand sollte komplett im Profil verschwinden.

Winterreifen
© Shutterstock / lassedesignen

Wann ist Winterreifenpflicht in Deutschland?

In Deutschland gilt eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. Sie bedeutet, dass Autos bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis- und Reifglätte mit einer geeigneten Bereifung unterwegs sein müssen. Ohne diese dürfen die Fahrzeuge nicht im öffentlichen Verkehr unterwegs sein. Eine grundsätzliche Pflicht für die Winterbereifung gibt es dagegen nicht. Wer allerdings auf Nummer sichergehen möchte, sollte im bereits genannten Zeitraum entweder auf echte Winterpneus oder zumindest auf Ganzjahresreifen zurückgreifen, welche in der kalten Jahreszeit problemlos gefahren werden können und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.

Wann ist ein Winterreifen zu alt?

Ein Austausch wird ebenso notwendig, wenn die Reifen ungleichmäßig abgefahren oder überaltert sind. Eine ungleichmäßige Abnutzung ist zudem ein Indikator dafür, dass der Sturz falsch eingestellt ist. In diesem Fall sollte der Wagen in die Werkstatt, damit die Fahrwerkseinstellungen überprüft werden können. Wann ein Reifen zu alt ist, lässt sich pauschal nicht beurteilen – maßgeblich ist hierbei unter anderem auch die Nutzung. Treten Alterungsrisse auf, verweigert der TÜV die neue Plakette der Hauptuntersuchung. Das Alter erkennen Sie übrigens anhand der DOT-Nummer an der Reifenflanke: Die ersten zwei Ziffern geben die Kalenderwoche der Produktion an, die letzten beiden Ziffern das Produktionsjahr.

Wann sind Ganzjahresreifen zu empfehlen?

Winterreifen
© Shutterstock / yevgeniy11

Eigentlich geht es sowohl beim Sommerreifen als auch bei den Winterpneus doch nur ums Profil – oder etwa nicht? Nicht ganz. Die Reifen für den Wintereinsatz besitzen nicht nur ein gröberes Profil als Sommerreifen oder Ganzjahresreifen, sie bestehen auch aus einer ganz anderen Gummimischung und besitzen sogenannte Lamellen. Die sehr viel weichere Gummimischung sorgt dafür, dass auch im Winter bei nur sehr geringen Außentemperaturen eine noch ausreichende Bodenhaftung vorhanden ist. Würden die Reifen im Sommer bei hohen Außentemperaturen eingesetzt, so würden sie sich wegen der weicheren Gummimischung wesentlich schneller abnutzen oder würden sogar zerstört werden. Aus diesem Grunde sollten sie tatsächlich nur im Winter bei niedrigen Außentemperaturen eingesetzt werden. Natürlich hängt es aber immer von der jeweiligen Witterung ab. Eine Faustregel besagt, dass die Winterbereifung in der Zeit zwischen Oktober und April bzw. Oktober und Ostern optimal eingesetzt werden. Natürlich ist es nicht nur die Gummimischung, welche einen guten Winterreifen ausmacht. Auch das wesentlich gröbere Profil spielt eine große Rolle. So hat ein echter Winterreifen klar erkennbare Lamellen, sehr feine und meist zickzackförmige Einschnitte in den Profilblöcken, welche praktisch auf der gesamten Lauffläche bis in die Reifenschulter vorhanden sind. Diese durchgehenden Lamellen sind nur bei Winterreifen und Ganzjahresreifen zu finden. Natürlich sind auch die Profilblöcke wesentlich gröber gestaltet als bei Sommerreifen oder Ganzjahresreifen.

Sommerreifen hingegen besitzen diese Lamellen nicht. Schaut man sich das Profil des Reifens etwas genauer an, so sind eindeutig die Profilblöcke ohne jegliche Lamellen zu erkennen. Allerdings besitzen Sommerreifen auch eine ganz andere Gummimischung als Winterreifen oder Ganzjahresreifen. Diese Gummimischung ist auf die Verwendung bei wesentlich höheren Außentemperaturen ausgelegt. Bei niedrigen Temperaturen, wie diese im Winter herrschen, ist das Gummi zu hart, um für eine ausreichende Bodenhaftung zu sorgen.

Ganzjahresreifen haben von beiden Reifenarten etwas. Sie kombinieren verschiedene Profilarten miteinander, welche teilweise für die Benutzung im Sommer, teilweise aber auch für die Winter entworfen wurden. So sind auch Ganzjahresreifen mit Lamellen ausgestattet. Bei einem Ganzjahresreifen befinden sie sich, ganz im Gegensatz zum Winterreifen, allerdings nur im mittleren Bereich der Lauffläche. Die Lamellen sind also nur im mittleren Teil des Profils vorhanden, während sie an den Reifenschultern fehlen. Die Ganzjahresreifen besitzen meistens die Kennzeichnungen M+S, M&S oder M.S. Dabei stehen die beiden Buchstaben für Matsch und Schnee. Die Reifen können anstelle von echten Winterreifen während der kalten Jahreszeit gefahren werden und ohne Probleme die Anforderungen einer geeigneten Bereifung für den Winter erfüllen. In Deutschland gelten sie sogar als Winterreifen im Sinne der vorgeschriebenen gesetzlichen Regelungen.