Auf in die neue Saison: so wird Ihr Motorrad frühlingsfit

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Motorrad Saison ©Jag_cz/Shutterstock

Endlich Frühling! Worauf Sie achten müssen, damit Sie sicher in die neue Motorrad-Saison starten können, erfahren Sie hier!

Flüssigkeitsstände überprüfen

Der ADAC empfiehlt, vor dem Start in die neue Motorrad-Saison sämtliche Flüssigkeitsstände zu überprüfen. Wenn Sie zum Ende der letzten Saison keinen Ölwechsel gemacht haben, sollten Sie das jetzt nachholen und bei dieser Gelegenheit auch gleich den Ölfilter wechseln. Eine Überprüfung des Ölstands ist aber in jedem Fall erforderlich – unabhängig davon, wann der letzte Ölwechsel stattgefunden hat. Am besten werfen Sie einen Blick ins Handbuch Ihres Motorrads, damit Sie auch garantiert das richtige Öl verwenden.

 

Motorrad Flüssigkeiten auffüllen ©kasarp studio/Shutterstock

Die Bremsflüssigkeit Ihres Motorrads können Sie ebenfalls mit wenigen Handgriffen selbst auffüllen beziehungsweise austauschen, um Ihren Geldbeutel zu schonen. Auch der Wechsel durch einen Fachmann in der Werkstatt ist jedoch in der Regel nicht besonders kostspielig. Dieser kann gleich den Kühlmittelstand für Sie überprüfen und die Kühlflüssigkeit bei Bedarf auffüllen.

 

Batterie-Check

Bei einem gründlichen Frühlings-Check Ihres Motorrads sollten Sie auch die Batterie nicht außen vor lassen. Im Idealfall haben Sie die Motorradbatterie mithilfe eines Erhaltungsladegeräts überwintert – ansonsten müssen Sie die Batterie jetzt über Nacht aufladen. Schließen Sie das Batterieladegerät erst mit dem Minuspol, dann mit dem Pluspol an der Batterie an. Erst dann wird der Netzstecker des Ladegeräts in die Steckdose gesteckt. Wichtig: Wenn Sie eine Säurebatterie besitzen, müssen die Verschlussstopfen während des Ladevorgangs geöffnet sein! Nach dem Aufladen entfernen Sie zunächst den Netzstecker, dann den Minuspol, gefolgt vom Pluspol. Sollte Ihr Motorrad trotz vollständig geladener Batterie nicht anspringen, ist die Batterie defekt und muss ausgetauscht werden.

 

Unerlässlich: die Bremsen checken

Wer in der neuen Saison jederzeit sicher auf seinem Motorrad unterwegs sein möchte, muss natürlich auch die Bremsen einer gründlichen Überprüfung unterziehen. Hier gilt: Bei jeglichen Problemen mit der Bremse sollten Sie immer eine Werkstatt aufsuchen, damit ein Experte sich die Sache ansehen kann. Einen einfachen Frühlings-Check können Sie jedoch auch ganz einfach selbst vornehmen. Bocken Sie das Motorrad auf und werfen Sie einen genauen Blick auf Bremsbeläge und Bremsschläuche, um sicherzustellen, dass sie nicht porös oder gar brüchig sind. Die Räder müssen frei drehbar sein – ist das nicht der Fall, lassen Sie die Bremszangen von einem Fachmann überprüfen. Dies ist auch die Empfehlung des ADACs, denn schließlich hat Sicherheit stets Vorrang. Eventuell vorhandenen Bremsstaub an den Bremszangen oder der Bremsscheibe können Sie eigenhändig mit etwas Bremsenreiniger entfernen.

Des Weiteren gilt: Befindet sich schwarze Brühe im Bremsausgleichsbehälter, muss diese unbedingt entsorgt werden. Denn: Bremsflüssigkeit zieht Wasser an  – vor allem dann, wenn das Motorrad an einem kalten, feuchten Ort überwintert. Das Wasser könnte sich bei der nächsten intensiven Bremsung erhitzen und Blasen werfen. Bremst der Fahrer erneut, komprimieren diese Blasen und die Bremsung bleibt nahezu wirkungslos.

 

Beleuchtung und Elektrik okay?

Die Beleuchtung Ihres Motorrads überprüfen Sie am besten bei laufendem Motor. Stellen Sie sicher, dass sämtliche Lichter und Schalter einwandfrei funktionieren:

– Abblendlicht

– Fernlicht

– Rücklicht

– Blinker

– Kupplungsschalter

– Seitenständerschalter

– Killschalter

Eventuell ist es erforderlich, dass Sie die Scheinwerfer neu einstellen. Sollten Sie das noch nie gemacht haben, holen Sie sich am besten Rat in einer Werkstatt. Stellen Sie außerdem sicher, dass die Hupe Ihres Motorrads voll funktionsfähig ist, damit Sie im Straßenverkehr bei Bedarf auf sich aufmerksam machen können.

Kette und Reifen

Motorrad Reifen ©Tatchaphol/Shutterstock

Verfügt Ihr Motorrad über eine Antriebskette, kontrollieren Sie diese auf Verschleiß und prüfen Sie die Kettenspannung. Ist die Spannung unzureichend, spannen Sie die Kette nach und greifen Sie direkt im Anschluss zu Kettenspray. Am besten tragen Sie Kettenspray immer einen Tag vor der nächsten Ausfahrt auf. So hat das Fett ausreichend Zeit, um sich zu verteilen. Außerdem gilt: Lässt sich die Kette vom Ritzel abheben, benötigen Sie unbedingt ein neues Kettenset!

Nachdem Sie die Kette überprüft haben, unterziehen Sie die Reifen einer genauen Kontrolle. Es dürfen keine Risse, Beulen oder eingefahrene Nägel vorhanden sein, und das Restprofil sollte mehr als 1,6 Millimeter betragen – ansonsten benötigen Sie neue Reifen. Für die Überprüfung und Einstellung des Luftdrucks ziehen Sie am besten das Handbuch zurate, denn die empfohlenen Werte können von Fahrzeug zu Fahrzeug variieren. Außerdem empfiehlt der ADAC, die Reifen sicherheitshalber auf undichte Stellen zu untersuchen, falls der Luftdruck sehr niedrig sein sollte.

Was Sie noch beachten sollten

Sie haben alles überprüft und sichergestellt, dass Ihr Motorrad fahrbereit ist und den Sicherheitsstandards entspricht? Dann ist es jetzt Zeit für eine Grundreinigung. War die Maschine in Herbst und Winter gut verpackt, genügt es, sie gründlich zu entstauben. Ansonsten sollten Sie zu Wasser und Reinigungsmittel greifen, damit Ihr Gefährt in neuem Glanz erstrahlt. All jene, die ihr Motorrad vor Wintereinbruch mit einem schützenden Konservierungsöl behandelt haben, sollten jedoch aus Umweltschutzgründen einen Waschplatz mit Ölabscheider aufsuchen.

Überzeugen Sie sich außerdem davon, dass die TÜV-Plakette Ihres Motorrads nach wie vor gültig ist. War die Maschine in den Wintermonaten abgemeldet, kommen Sie an einem Besuch beim KFZ-Amt nicht vorbei. Für eine ordnungsgemäße Anmeldung benötigen Sie in der Regel folgende Unterlagen:

– Fahrzeugschein

– Fahrzeugbrief

– Versicherungsbestätigung

– Personalausweis (alternativ: Reisepass)

– gültiger TÜV-Bericht

– Einzugsermächtigung für das Finanzamt

Fazit

Motorrad Saison ©Jag_cz/Shutterstock

Mit einer Maschine, die gut in Schuss ist und einwandfrei funktioniert, können Sie guten Gewissens in die neue Saison starten und sich den Wind um die Nase wehen lassen. Dennoch ist es ratsam, sich erst langsam wieder an das Fahren zu gewöhnen und es vor allem am Anfang ein wenig langsamer angehen zu lassen – insbesondere, weil die Straßen zu Saisonbeginn häufig noch nass oder sogar glatt sind. Der ADAC empfiehlt zudem die Teilnahme an einem Sicherheitstraining oder zumindest einige Fahrübungen auf einem leeren Parkplatz.