Sommerreifen 2019 – Tests, Empfehlungen und Tipps

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Zu welchem Zeitpunkt sollten Autofahrer auf Sommerreifen wechseln und welche Kriterien spielen beim Reifenkauf eine Rolle? Wie verhalten sich aktuelle Sommerreifen bekannter Hersteller im Praxistest und wie gut schlagen sich preiswerte Marken?

Wann Sommerreifen kaufen?

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Autofahrer, die nicht auf Allwetterreifen setzen, müssen Jahr für Jahr von Winterreifen auf Sommerreifen wechseln. Wie lange die Reifen insgesamt verwendet werden können, hängt von der individuellen Nutzung des Fahrzeugs ab. Alle paar Jahre müssen die abgenutzten Reifen ersetzt werden. Im Handel gibt es zum einen Autoreifen von bekannten Herstellern, die etwas teurer sind und spürbar preiswertere Reifen von unbekannteren oder kleineren Unternehmen. Nicht zwangsweise sind teurere Autoreifen besser als preiswerte Modelle.

In den Tests vom ADAC und der Auto Bild werden die Reifen im Hinblick auf die Abnutzung, die Straßenhaftung und weitere Eigenschaften überprüft. Benötigen Sie neue Sommerreifen für 2019, werden Ihnen die aktuellen Sommerreifentests auf jeden Fall weiterhelfen. Damit Ihre Autoreifen so langsam wie möglich verschleißen ist es von besonderer Wichtigkeit, zum richtigen Zeitpunkt von Winterreifen auf Sommerreifen zu wechseln.

Von Winterreifen auf Sommerreifen wechseln

Im Frühling werden die Temperaturen milder und bewegen sich tagsüber im zweistelligen Bereich. Einige Autofahrer haben bereits Sommerreifen aufgezogen und die meisten Fahrzeughalter werden bald wechseln. Einen bestimmten Stichtag für den Wechsel auf Sommerreifen gibt es zwar nicht, doch geben die Reifenhersteller Empfehlungen ab. Die gängige Faustformel ist die „O-Regel“ und diese besagt, dass Winterreifen von Oktober bis maximal Ostern verwendet werden sollten. Zusätzlich sollten die Temperaturen am Tag und in der Nacht kontinuierlich über 7 °C liegen. Autofahrer, die bei zu hohen Temperaturen noch mit Winterreifen fahren, haben keinen ausreichenden Grip mehr auf der Straße und riskieren Beschädigungen an den Reifen.

Das ganze Jahr über dürfen Sie in Deutschland nicht mit Sommerreifen fahren, denn es herrscht Winterreifenpflicht. Wechseln Sie nicht rechtzeitig auf Winterreifen und werden erwischt, müssen Sie mit einem Bußgeld oder Punkten rechnen. Ob und wie lange Sie Ihre vorhandenen Sommerreifen überhaupt noch fahren dürfen hängt von der Abnutzung ab. Ihre Reifen sollten im Idealfall eine Profiltiefe von rund 2,5 mm besitzen. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe in Deutschland liegt bei 1,6 mm. Sind Sie auf der Suche nach neuen Sommerreifen, helfen Ihnen die folgenden Tests, Empfehlungen und Tipps sicher weiter.

Sommerreifen werden unter praxisnahen Bedingungen getestet

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Winter- und Sommerreifen werden von diversen Institutionen, wie vom ADAC, ÖAMTC oder der Auto Bild, in regelmäßigen Abständen getestet. Nicht nur die großen Reifenmarken, wie Dunlop, Continental, Michelin, Pirelli oder Goodyear werden unter die Lupe genommen, sondern auch diverse Billigmarken von unbekannteren Herstellern, wie Maxxis, Toyo, Petlas oder Giti. Diese kosten weniger Geld als die bekannten Marken, dafür müssen die Käufer unter Umständen mit schlechteren Eigenschaften oder anderen Nachteilen rechnen.

Bei vielen Produkten oder Geräten können Sie Geld sparen, indem Sie sich für unbekannte und preiswertere Modelle entscheiden. Bei Sommerreifen sollten Sie die Kaufentscheidung nicht so einfach treffen, denn hier geht es nicht nur um Geld, sondern um Sicherheit und Ihre Gesundheit. Was nützt Ihnen Ein Satz günstiger Sommerreifen, wenn Sie dafür in brisanten Situationen auf der Straße einen deutlich längeren Bremsweg haben? In den aktuellen Sommerreifentests der Auto Bild und des ADAC werden die Reifen ausführlich überprüft und auf nassen und trockenen Straßen getestet.

Sommerreifentest 2019 der Auto Bild

Der Sommerreifentest der Auto Bild unterteilt sich in 2 Durchgänge: Zuerst messen die Tester die Bremswege der Sommerreifen auf trockenen und auf nassen Straßen. Je nach Testinstitut kommen nur die besten 10 oder 20 Reifen in die zweite Runde. In dieser werden die Sommerreifen in mehreren Einzeldisziplinen im Hinblick auf unterschiedliche Eigenschaften überprüft.

Eine Rolle spielen die Aquaplaning-Sicherheit, die Geräuschentwicklung, das Handling auf nassen und trockenen Straßen, der Verschleiß und der Kraftstoffverbrauch. Damit die Wirtschaftlichkeit im Verhältnis zum jeweiligen Preis exakt beurteilt werden kann stehen auch der Abrieb und der Rollwiderstand der Sommerreifen auf dem Prüfstand. Die meisten Sommerreifen spielen entweder auf nassen oder auf trockenen Straßen ihre Stärken aus und haben geringe Schwächen. Nur wenige Reifen können auf beiden Fahrbahnen überzeugen. Im Rahmen des Sommerreifentests wird das Verhalten der Reifen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten untersucht.

Beim Sommerreifentest der Auto Bild zeigt sich ein deutliches Muster: Die günstigen Reifen der unbekannten Hersteller schneiden deutlich schlechter ab als teuren, renommierten Markenreifen. Die schlechtesten Reifen haben auf trockenen Straßen durchschnittlich einen 5 Meter längeren Bremsweg als die besten Sommerreifen. Auf nassen Straßen bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h sind es teilweise sogar 10 Meter. Damit lässt sich sagen, dass die Sommerreifen von bekannten Herstellern den Aufpreis definitiv wert sind. Im Test der Auto Bild haben die Reifen der Hersteller Michelin, Hankook, Goodyear und Pirelli am meisten überzeugt.

Sommerreifentest von ADAC und ÖAMTC

Der ADAC hat gemeinsam mit dem ÖAMTC und weiteren Partnern einen umfangreichen Sommerreifentest für 2019 durchgeführt. Insgesamt wurden 16 Sommerreifen für Kleinwagen unter die Lupe genommen. Die ADAC-Tester vergeben 14-mal die Note „befriedigend“ und zweimal „gut“. Der Sommerreifen-Testsieger 2019 kommt aus dem Hause Bridgestone und überzeugt die Tester sowohl auf nasser als auch auf trockener Fahrbahn. Bis auf das etwas lautere Reifengeräusch gibt es keine Schwächen. Auf dem zweiten Platz landen die Sommerreifen von Vredestein. Diese überzeugen die Tester mit einer vergleichsweise hohen Laufleistung.

Die 14 befriedigenden Reifenmodelle unterteilen sich in zwei Gruppen: 7 Sommerreifen haben im Test nur geringe Schwächen und wurden leicht abgewertet. Die Reifen der Hersteller Bridgestone, Goodyear, Maxxis, Kumho und Toyo haben geringe Probleme mit der Griffigkeit auf nassen Straßen. Die Sommerreifen von Michelin haben bei trockenen, warmen Bedingungen etwas längere Bremswege und die Reifen von Continental eine etwas geringere Laufleistung. In der zweiten Gruppe befinden sich die Sommerreifen von Hankook, Pirelli, Semperit, Linglong, Falken, Giti und Petlas. Allen Autoreifen fehlte es etwas an Nassgriff, zudem waren die Nachteile auf nassen Fahrbahnen noch deutlicher als bei den Sommerreifen der ersten Gruppe.

Welche Sommerreifen sind für einen Kleinwagen geeignet?

Sommerreifen ©m.mphoto/Shutterstock

Haben Sie einen Kleinwagen und legen großen Wert auf eine gute Ausgewogenheit, sind die Sommerreifen des Herstellers Bridgestone die beste Wahl. Achten Sie eher auf eine hohe Laufleistung bzw. auf einen geringen Verschleiß, bieten sich die Sommerreifen von Michelin oder Vredestein an.

Legen Sie Wert auf gute Fahreigenschaften auf trockenen sowie nassen Straßen und können mit einem höheren Reifenverschleiß leben, wählen Sie am besten die Sommerreifen von Continental. Ist Ihr wichtigstes Kriterium ein geringer Kraftstoffverbrauch und können Sie mit geringen Schwächen auf nassen Straßen leben, dann fahren Sie mit den Sommerreifen von Maxxis am besten. Auf folgende Kriterien sollten Sie bei Sommerreifen generell achten:

– Nasshaftung

– Kraftstoffverbrauch

– Lebensdauer

– Reifenverschleiß

– Rollgeräusch

– Felgen

Tipps für den Kauf von Sommerreifen

Unabhängig vom Hersteller sollten Sie beim Kauf stets auf eine passende Reifengröße achten. Anhand der Reifenkennzeichnung erkennen Sie sofort, welche Eigenschaften Ihre neue Sommerreifen aufweisen müssen. Angenommen Ihre aktuellen Sommerreifen haben die Kennzeichnung: „225 45 R17“.

225 – ist die Reifenbreite in mm

45   – bezeichnet das prozentuale Verhältnis zwischen Reifenhöhe und Reifenbreite

R     – der Buchstabe bezeichnet die Reifenbauart

17   – bezeichnet den Durchmesser der Felgen in Zoll

Kaufen Sie ausschließlich Sommerreifen, die eine passende Kennzeichnung besitzen. Sind Sie sich unsicher, schauen Sie in den Fahrzeugpapieren nach. Achten Sie zudem auf die Tragfähigkeit der Reifen. Wird dieser Wert überschritten, gefährdet dies die Stabilität Ihres Fahrzeugs. Fahren Sie regelmäßig auf Autobahnen mit hohen Geschwindigkeiten, sollten Sie beim Reifenkauf besonders auf den angegebenen Geschwindigkeitsindex achten. Im Handel werden Reifen mit den Kennzeichnungen Q, T, V und ZR angeboten.

Q  – bis maximal 160 km/h geeignet

T   – bis zu 190 km/h

V   – bis maximal 240 km/h geeignet

ZR – für hohe Geschwindigkeiten von mehr als 240 km/h